Nicht leichtfertig aufs Spiel setzen

Kraftzentrum an der Trave: Hafen und Industrie bilden eine starke Grundlage für die Hansestadt Lübeck, Foto: Hafenrundschau/M. Eilsen
Die Wirtschaftsunternehmen am Hafen-, Logistik- und Industriestandort Lübeck warnen davor, Flächen am seeschifftiefen Wasser sowie im nachgelagerten Bereich leichtfertig für eine andere Nutzung heranzuziehen.
Das könnten zum Beispiel der allgemeine Wohnungsbau oder auch andere Formen von Gewerbeansiedlungen sein, die allerdings keinen Bezug zur maritimen Wirtschaft haben. Diese Grundposition der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck legte jetzt Jörg Ullrich, Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Verkehr und Infrastruktur, auf der jüngsten Sitzung in der Trave-Hansestadt dar. „Die vorhandenen Hafenflächen sind für die maritime Wirtschaft so wertvoll, dass wir sie nicht leichtfertig aufs Spiel setzen dürfen“, unterstrich Ullrich.
Ein wichtiger Themenschwerpunkt auf der Tagesordnung war ein Vortrag des neuen Leiters der Lübeck Port Authority (LPA), Guido Kaschel, über den aktuellen Sachstand zum „Hafenentwicklungsplan 2030“ (HEP 2030). Die Arbeiten an diesem Rahmenwerk kommen nur langsam voran. So ergaben THB-Recherchen, dass erste Basisüberlegungen bereits im Herbst 2013 präsentiert und als solche auch im Internet hinterlegt wurden.
LPA-Chef Kaschel sagte weiter, es sei das zentrale Anliegen des künftigen „HEP 2030“ „die Bedeutung des Hafens für die Menschen und die Wirtschaft herauszuarbeiten“. Zugleich sollten nach seiner Überzeugung „Optionen für die weitere Hafenentwicklung offengehalten und keine Flächen vor intensiver Abwägung anderen Nutzungen zugeführt werden“.
IHK-Experte Jörg Ullrich betonte, dass angesichts der erheblichen Bedeutung des Hafens für die Stadt und die Region – es geht um rund 12.000 Arbeitsplätze aus direkten und indirekten Beschäftigungsverhältnissen – müsse es im Interesse aller Beteiligten sein, dass die Hafen-Gruppe Lübeck ihren Erholungskurs fortsetzen und weitere Wertschöpfung im HanseBelt generieren könne. Die regionale Wirtschaft, so versprach Ullrich, werde jedenfalls den Prozess der Hafenentwicklung in der Hansestadt Lübeck konstruktiv begleiten und bei der Aufstellung des künftigen „HEP 2030“ mit einer Stimme sprechen.
2018 wurden auf den verschiedenen Lübecker Terminals rund 25 Millionen Tonnen umgeschlagen, so dass der Trave-Hafen unter den deutschen Ostseehäfen Platz zwei nach Rostock (25,6 Millionen Tonnen) einnimmt. EHA
