Niedersachsens Häfen spüren Gegenwind

Niedersachsens Seehäfen haben 2018 einen spürbaren Umschlagrückgang hinnehmen müssen. Knapp 50 Millionen Tonnen gingen an den neun Standorten insgesamt über die Kaikanten. Das sind 6,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor, als ein Rekord erzielt worden war. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sprach am Montag in Oldenburg bei der Präsentation der Zahlen von „ungünstigen Umständen“. Zu den größeren Seehäfen Niedersachsens zählen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Wilhelmshaven und Stade.

Für das laufende Jahr gab Althusmann keine Prognose ab. Er nannte zwei politische Risiken für die maritime Wirtschaft in Niedersachsen: den drohenden EU-Austritt Großbritanniens und einen verschärften Handelskonflikt zwischen den USA und China. Auch das Wetter habe eine Rolle gespielt. Durch das nasse und kalte Frühjahr 2018 ging der Umschlag von Baustoffen zurück. Dann kam die lange Hitze des Sommers, in der zwar mehr Futtermittel angelandet wurden. Die Raffinerien an der Nordseeküste importierten aber weniger Rohöl und mussten wegen des niedrigen Wasserstands auf dem Rhein ihre Lieferungen drosseln.

Niedersachsen bereite sich auf den Brexit vor, sagte Althusmann. Man hoffe, Verzögerungen bei der Zollabwicklung möglichst kurz halten zu können, falls Großbritannien tatsächlich Zollausland werde. Vor allem die Häfen Emden und Cuxhaven haben wegen der Autoexporte viel Verkehr mit Großbritannien. Eine Belastung für deutsche Autoausfuhren wären auch Sanktionen der US-Regierung. fab/lni

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