Österreich: Parade-Destination für Hamburg

Rangierbahnhof Maschen: Für Hamburg die zentrale Hinterland-Container-Drehscheibe, Foto: Arndt
Die Wettbewerbsposition Hamburgs im bahnseitigen Seehafen-Hinterland-Verkehr mit Österreich ist zwar weiterhin sehr stark. Doch auch die Adria-Häfen holen kräftig auf und forcieren ihre Verkehrsbeziehungen mit der Alpenrepublik.
Darauf wies jetzt in Wien Alexander Till, Leiter der Hafen Hamburg Marketing-Repräsentanz (HHM), auf einem Informationsabend mit Spitzenvertretern aus der österreichischen verladenden und transportierenden Wirtschaft hin. Kooperationspartner der Veranstaltung war der Hafen Wien, der dafür seine Hafen-Lounge zur Verfügung stellte. Zu den Vertretern aus Hamburg gehörten unter anderem HHM-Vorstand Axel Mattern und Jens Meier, Chef der Hamburg Port Authority (HPA).
Für Hamburg stand 2015 beim Bahnverkehr mit Österreich unter einem sehr positiven Vorzeichen: Mit rund 295.000 TEU wurden 9,3 Prozent mehr auf dieser besonderen Nord-Süd-Achse transportiert als im Vorjahr. Till: „Das ist ein neuer Rekord.
Hamburg belegt im Bahn-Verkehr mit Österreich unter den Nordrange-Häfen Platz eins, gefolgt von Bremerhaven und Rotterdam. „Der Anteil der auf dieser Relation per Eisenbahn transportierten Container liegt über 90 Prozent und macht die Eisenbahn zum führenden Verkehrsträger“, führte Till weiter aus. Österreich sei damit so etwas wie „eine Parade-Destination im effizienten und umweltfreundlichen Hinterlandtransport über den Hamburger Hafen“, ergänzte der HHM-Vertreter. Aktuell rollen wöchentlich gut 40 Container-Ganzzüge zwischen Hamburg und Wien. Berücksichtigt man das ganze Land, sind es inzwischen sogar mehr als 80 Containerzüge jede Woche, die zwischen den KV-Terminals in Österreich und Deutschlands größtem Seehafen unterwegs sind.
Doch diese Marktposition sei kein Selbstläufer, mahnte Till. Die Adria- oder auch Süd-Häfen werben intensiv um Kunden aus Österreich, wobei Häfen wie Triest, Venedig oder auch Koper (Slowenien) zunächst einmal auf die kürzeren Transportabstände von und nach Österreich hinweisen, was auch Zeitersparnis bedeutet.
Auch wenn die Südhäfen hinsichtlich des Umschlagaufkommens mit Wien bislang noch eine untergeordnete Rolle spielten, sei aber auch diese Entwicklung klar erkennbar: „Andere Teile Österreichs sowie auch Ungarn, Tschechien und die Slowakei weisen sehr wohl deutliche Steigerungen der Containertransporte über den Hafen Koper auf.“ Langfristig müsse berücksichtigt werden, dass mit der für 2026 geplanten Fertigstellung des Semmering-Basistunnels die alpenquerende Anbindung der Südhäfen mit Wien verbessert werde. EHA
