„Ohne Elbvertiefung wandert Ladung ab“

Für den Hamburger Hafen wird die Elbvertiefung immer deutlicher so etwas wie eine schicksalsbestimmende Maßnahme.

„Wenn sie nicht umgesetzt werden kann, dann kann das zu dazu führen, dass mittel- und langfristig Marktanteile verloren gehen“, sagte Prof. Dr. Burkhard Lemper, Direktor und Leiter der Abteilung Maritime Wirtschaft und Verkehr beim Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), am Donnerstag in Hamburg im Beisein von Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) sowie HPA-Chef Jens Meier (Hamburg Port Authority).

Dass Lempers Einschätzung begründet ist, zeigte sich bereits im ersten Quartal des laufenden Jahres, das Hamburg beim Container umschlag erstmals auf den dritten Rang innerhalb der ARA-Range – nach Rotterdam und Antwerpen – abrutschen ließ. Auch dieser Umkehrschluss liegt für Lemper nahe: Wird die Fahrrinnenanpassung umgesetzt, dann dürften sich schon recht schnell entsprechende Mengenimpulse einstellen. Frank Horch: „Seit zehn Jahren arbeiten wir an der Elbvertiefung. Seit zehn Jahren stellt die fehlende Elbvertiefung ein Handycap für den Hafen dar.“ Wobei es allerdings weiterhin trotzdem gelinge, in Hamburg auch die größten in Fahrt kommenden Containerfrachter abzufertigen, setzte HPA-Chef Meier hinzu.

Das renommierte Bremer Ins titut hatte von der HPA erneut den Auftrag erhalten, eine Langfristbetrachtung über die Umschlagmengenentwicklung im größten deutschen Seehafen anzustellen. „Prognose des Umschlagpotenzials des Hamburger Hafens für die Jahre 2020, 2025 und 2030“ lautet der offizielle Titel der Untersuchung, deren Kernaussagen Lemper vorstellte.

Das ISL knüpfte dabei an eine bereits 2010 vorgelegte Untersuchung an, die allerdings für den Gesamtumschlag von deutlich höheren Mengen ausging. Und das sind die aktuellen Kerndaten bis zum Jahr 2030: „Bis dahin rechnen wir mit einem Gesamtumschlag von rund 229,3 Millionen Tonnen und einem Container aufkommen von gut 18,1 Millionen TEU“, berichtete Meier. Zum Vergleich: 2014 kam Hamburg auf einen Gesamtumschlag von rund 145,7 Millionen Tonnen (plus 4,8 Prozent) und ein Boxen-Aufkommen von 9,7 Millionen TEU (plus 5,1 Prozent). Im Krisenjahr 2010 (THB 8. Februar 2011), das Jahr der letzten Potenzial-Analyse, präsentierte sich der Elbehafen mit gut 121 Millionen Tonnen (plus zehn Prozent) und 7,9 Millionen TEU (plus 13 Prozent). Horch betonte, dass die Langfriststrategie darin bestehe, sich weiter als Universalhafen zu positionieren. Für ihn zugleich ein Garant dafür, dass „Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Hafen geschaffen werden“. Auch das ist für ihn klar: „Die Westerweiterung muss kommen.“ Denn es gehe hier auch um die deutliche Verbesserung der Anlaufbedingungen für XXL-Frachter im Waltershofer Hafen. EHA

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