„Ostseeverkehr wird wachsen“
Trotz rückläufiger Zahlen im Handel mit Russland wird der Schiffsverkehr auf der Ostsee nach Experteneinschätzung weiter zunehmen.
2014 war der Güterumschlag im Ostseeraum um rund vier Prozent gestiegen, für das Jahr 2015 werde ein ähnlicher Anstieg erwartet, sagte Karl-Heinz Breitzmann, wissenschaftlicher Leiter der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG) am Donnerstag bei einem Kongress in Warnemünde. Allerdings bereite die aktuelle Entwicklung um den Handel mit Russland Sorge. So waren die deutschen Ausfuhren in die Russische Föderation 2014 um 18 Prozent zurückgegangen. Für das laufende Jahr werde mit einem weiteren Rückgang um 15 Prozent gerechnet.
Für Mecklenburg-Vorpommern betrachtet der Landesvorsitzende der DVWG, Sönke Reise, die Vertiefung des Rostocker Seekanals als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Dies sei insbesondere für den Massengüterverkehr von großer Bedeutung. Dafür werde jedoch entsprechender Tiefgang benötigt. Derzeit ist die Fahrrinne zum Hafen 14,5 Meter tief, eine Vertiefung auf 16,5 Meter ist geplant. Die Kosten für dieses Projekt werden auf rund 100 Millionen Euro geschätzt.
Allerdings muss die Vertiefung erst noch in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Für den Seehafen Wismar gibt es ähnliche Pläne. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte bei der Verkehrsministerkonferenz Mitte April in Rostock angekündigt, demnächst darüber entscheiden zu wollen. Nur was in diese Planung Aufnahme findet, habe eine Chance, in den darauffolgenden rund 15 Jahren umgesetzt zu werden. mv/fab