Prüfung als Offshore-Basishafen bestanden


Der Hafendienstleister Cuxport hat die Hafenlogistik für die Fundamente und die Innerparkverkabelung des Windparkprojektes „Amrumbank West“ organisiert. Der dort produzierte Strom fließt künftig in deutsche Haushalte.
Für diesen Herbst ist die vollständige Inbetriebnahme des Offshore-Windparks geplant. Dann startet der kommerzielle Betrieb dieses Kraftwerks auf hoher See. Die letzten Monopiles und Transition Pieces, also die Fundamentstrukturen für die Windenergieanlagen, waren bereits im Frühjahr dieses Jahres ins Baufeld geliefert worden. Zudem wurde die Innerparkverkabelung für den eine Fläche von mehr als 30 Quadratkilometer umfassenden Windpark in den vergangenen Monaten vorangetrieben und erster Strom bereits erzeugt.
Letzte Schiffe verlassen noch immer Cuxhaven für anstehende Abschlussarbeiten in Richtung des rund 35 Kilometer nordwestlich von Helgoland gelegenen Projektes „Amrumbank West“. Der tide unabhängige niedersächsische Hafen an der Elbe mündung hat seine Tauglichkeit für Umschlag, Vormontage, Zwischenlagerung und Verschiffung der vielfach sehr schweren und großen Bauteile für Windenergieanlagen unter Beweis gestellt. Federführend kümmerte sich der Hafenterminalbetreiber Cuxport um die Planung und Umsetzung aller logistischen Aufgaben.
Offshore-Industriecluster Cuxhaven gut aufgestellt
„Es ist kein Geheimnis, dass die von der deutschen Regierung um 40 Prozent nach unten korrigierten Ausbauziele den Wettbewerb zwischen den für diese Aufgabe geeigneten Nordseehäfen angeheizt haben. Aber mit den hier vorhandenen Flächen und Umschlagmöglichkeiten sowie den bisher gewonnenen Erfahrungen sehen wir das Offshore-Industriecluster Cuxhaven insgesamt sehr gut aufgestellt für die künftigen Projekte, die in Planung sind oder in Bau gehen“, resümiert Hans-Peter Zint, Geschäftsführer von Cuxport. „Ein weiteres Vorhaben steht nach ‚Amrumbank West‘ bei uns bereits in den Startlöchern, und an Ausschreibungen beteiligen wir uns selbstverständlich ebenfalls.“
Die Ansiedlung eines neuen Turbinenwerkes von Siemens in Cuxhaven, die im August bekannt gegeben wurde, verdeutlicht die wichtige Rolle, die der Standort innerhalb der deutschen Hafenlandschaft für die Offshore-Windenergiebranche spielt. Der niedersächsische Offshore-Basishafen ist darüber hinaus im Service- und Wartungsgeschäft für den Betrieb der installierten Offshore-Anlagen tätig. So dient der Cuxport-Terminal als Heimatbasis für die Versorgung der von Siemens errichteten Konverterplattformen in der Nordsee – inklusive Konsolidierung, zollamtlicher Abfertigung und Umschlag aller benötigten Versorgungsgüter.
Ladungsmix schützt vor Konjunkturdellen
„Unsere Geschäftsstrategie ist auf eine konsequente Umsetzung des Multi-Pur pose-Gedankens ausgerichtet. Zielsetzung ist ein ausgewogener und breit aufgestellter Ladungsmix, der uns eine möglichst gleichmäßige Auslastung unserer Ressourcen ermöglicht. Stahlumschlag für Produzenten der Offshore-Windenergie hat uns in der Wirtschaftskrise 2008/2009 geholfen. Reduzierten zukünftigen Anforderungen aus dem Offshore-Bereich werden wir mit Wachstum in anderen Segmenten begegnen“, erläutert Zint. „Die Neuwagenlogistik, RoRo-Verkehre, der Projekt- und Schwergutumschlag, das Handling von Papier und Holz sowie Spot-Geschäfte aller Art sind unser traditionelles Kerngeschäft, das wir gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern auch zukünftig weiter entwickeln und ausbauen werden“.
So gab es im Frühjahr die erste Abfahrt einer neuen RoRo-Linie, die Cuxhaven mit einer Vielzahl norwegischer Häfen verbindet. Die LNG-betriebenen neuen Frachtschiffe von Nor Lines mit Namen „Kvitbjørn“ und „Kvitnos“ sorgen so für den schnellen und kosteneffizienten Warenaustausch zwischen dem Land der Fjorde und Mitteleuropa.
Das Unternehmen Cuxport wurde 1997 gegründet. Es gehört zu 74,9 Prozent der familiengeführten Rhenus-Gruppe und zu 25,1 der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Nicht zuletzt als Multi-Purpose-Terminal mit besonderen Kapazitäten für Schwergut- und Projektladungen konzipiert und weiterentwickelt, arbeiten die Betreiber heute schon seit mehr als einem Jahrzehnt eng mit der Windenergiebranche zusammen.