RFH baut landseitiges Geschäft aus

Holz bleibt trotz schwierigen Marktumfelds das wichtigste Umschlaggut im Rostocker Fracht- und Fischereihafen, Foto: RFH
Die Rostocker Fracht- und Fischereihafen GmbH (RFH) wird sich künftig neben dem klassischen Seegüterumschlaggeschäft verstärkt auf die Entwicklung hochwertiger Gewerbeflächen fokussieren.
Darüber informierte RFH-Geschäftsführer Steffen Knispel beim traditionellen RFH-Jahresempfang am Freitag vor rund 100 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Rückblickend auf das Umschlaggeschäft 2018 betonte er, „dass sich in den zurückliegenden drei Jahren die Marktbedingungen sehr unbeständig und schwierig gestalteten“. So ging der Umschlag von importiertem Holz um 157.000 Tonnen auf 525.000 Tonnen zurück. „Witterungsbedingt gab es in Deutschland sehr viel Bruchholz, und der massive Borkenkäferbefall in den Wäldern hat zu einem hohen Holzaufkommen auf dem einheimischen Markt geführt.“ Die extreme Trockenheit 2018 schmälerte auch den Umschlag von Düngemitteln. Dieser sank um rund 46.000 Tonnen auf 217.000 Tonnen. Dagegen sorgte der Trend zu mehr Bevorratung im Fischhandel ganzjährig für eine nahezu komplette Auslastung des Kühlhauses, das 10.000 Tonnen fasst. Insgesamt gelang es dem Universalhafen, mit rund 970.000 Tonnen Gütern im Jahr 2018 das hohe Umschlagniveau der zurückliegenden fünf Jahre von jährlich einer Million Tonnen zu halten und einen Jahresüberschuss von einer Million Euro zu erwirtschaften.
Knispel sieht das Kerngeschäft des RFH, den Holzumschlag, perspektivisch weiter erheblichen markt- und witterungsbedingten Schwankungen ausgesetzt. Um sich unabhängiger von unkalkulierbaren Marktentwicklungen zu machen, „wird sich der RFH in seiner strategischen Ausrichtung verstärkt darauf fokussieren, im rund 60 Hektar großen Hafengelände hochwertige Gewerbeflächen zu entwickeln“. Mittelfristig ist im landseitigen Ausbau des Hafengeschäfts geplant, etwa 25.000 Quadratmeter Fläche zu optimieren. Unter anderem werden über längere Zeit ungenutzte Brachen neu erschlossen. „Es besteht großer Bedarf an stadtnahen und am Wasser gelegenen Arealen“, betonte Knispel.
Bereits im Juni dieses Jahres wird im nördlichen Hafenbereich eine neue, 10.000 Quadratmeter große Schüttgutfläche ihrer Bestimmung übergeben. Auf dem ausgebauten Gelände ist in den zurückliegenden Monaten zudem eine 3000 Quadratmeter große Halle neu errichtet worden, in der 15.000 Tonnen Düngemittel zwischengelagert werden können. Ebenfalls noch in diesem Sommer wird die Zollverwaltung das RFH-Gebäude 217 am Alten Hafen beziehen. Das Objekt wurde für 1,8 Millionen Euro komplett saniert und bietet Platz für 45 Zollmitarbeiter. Der benachbarte Gebäudekomplex 323 bis 325 ist als Standort für den Ocean Technology Campus (OTC), eine Forschungseinrichtung der Fraunhofer Gesellschaft, vorgesehen. bek
