„Riesen“-Erfahrung geschätzt

Donatus Kulisch, 2. Ältermann Hafenlotsen Hamburg (Bildmitte), mit der Lotsen-Delegation aus dem Hafen Teesport (Bild: Hafenlotsenbrüderschaft Hamburg)
Eine vierköpfige Lotsen-Delegation aus dem englischen Hafen Teesport hat jüngst ihre Kollegen im Hamburger Hafen besucht und dabei wertvolle Erfahrungen im Handling von Großcontainerschiffen sammeln können.
Insgesamt waren die englischen Gäste vier Tage lang im größten Universalhafen Deutschlands unterwegs – und dabei in die Manöver von zehn Containerschiffen zwischen 300 und 400 Metern Länge im Bereich des Waltershofer Hafens eingebunden. Das Hafenbecken dort ähnelt den Gegebenheiten im nordöstlich von Middlesbrough gelegenen Teesport. Denn von einem fließenden Gewässer kommend sind die Schiffe rückwärts in ein fast stehendes Gewässer zu manövrieren und anzulegen.
Die englischen Lotsen begutachteten bei den ausgewählten Fahrten, wie sich die Containerriesen in dem schmalen Hafenbecken beim An- und Ablegen manövrieren lassen und wie sich die Schiffe verhalten, wenn sie vom Strom in das Becken drehen. Um einen guten Blick auf das Geschehen zu haben, hatten sie Position auf den Schiffsbrücken und auf den Schleppern bezogen.
In Teesport verkehren derzeit vor allem Tanker, Massengutfrachter und Container-Feeder. Das soll sich demnächst ändern, denn es ist geplant, auch Großcontainerschiffen das Anlaufen in dem englischen Hafen zu ermöglichen. Da den dortigen Lotsen im Umgang mit den Frachtriesen bisher die Praxis fehlte, hatten sie den Erfahrungsaustausch mit den Hamburger Hafenlotsen vereinbart, die auf diesem Gebiet über umfangreiche Kenntnisse verfügen. Schließlich gilt das Manövrieren von Großcontainerschiffen auf der Elbe – beeinflusst von Wind und Strömung – als äußerst anspruchsvoll. Das Wissen der Hamburger Hafenlotsen wird daher auch weltweit geschätzt. Über die tägliche Routine hinaus trainieren sie zudem regelmäßig im Schiffssimulator ihre Fähigkeiten im Umgang mit den Frachtriesen.
Kontaktpflege
Ebenso pflegen die Hamburger Hafenlotsen, als Mitglied der European Maritime Pilot Association (EMPA), den Kontakt zu anderen europäischen Lotsenbrüderschaften. Unter anderem erarbeiten sie mit den Lotsen in Liverpool ein Fortbildungsprogramm zum „Maritime Ressource Management“.
Und im September hat sich bereits die nächste Lotsen-Delegation zum Erfahrungsaustausch in Hamburg angekündigt. Dann wird ein Team aus Rotterdam anreisen, um sich über das Fortbildungskonzept der Hamburger Hafenlotsen zu formieren, das europaweit als vorbildlich angesehen wird. bre

