Ringen um ideale LNG-Hafendrehscheibe

Wo sollte Deutschlands künftiger LNG-Import-Terminal idealerweise entstehen? Folgt man dem auch für Energiefragen zuständigen Bundeswirtschaftsminister Dr. Peter Altmeier (CDU), dann hat der schleswig-holsteinische Unterelbehafen Brunsbüttel in dem noch laufenden Standortfindungsverfahren offensichtlich die besseren Karten.

Er, Altmaier, sei jedenfalls vorsichtig optimistisch, dass ein solcher Einfuhr-Terminal für Flüssig-Erdgas in Brunsbüttel realisiert werden kann. Das private Konsortium, das letztlich über die Investition entscheiden werde, sei bereits sehr weit, meinte der Bundespolitiker nach einer Klausurtagung mit der CDU-Landtagsfraktion am Freitag vergangener Woche in Norderstedt.

Die Bundesregierung unterstütze das Projekt, indem sie möglicherweise Fördermittel bereitstelle sowie eine Anbindung Brunsbüttels an das deutsche Gasnetz auf Kosten der Netzbetreiber sicherstelle. Das entlastet die privaten Investoren. Altmaier hält auch zwei LNG-Terminals für möglich, wenn sich die Investoren dafür entscheiden. Die Rede ist von Stade und Wilhelmshaven.

Indes hat sich jetzt Stades Landrat Michael Roesberg (parteilos) auf einer Veranstaltung des Nautischen Vereins Niederelbe in Jork dafür ausgesprochen, den niedersächsischen Unterelbehafen klar für einen ersten LNG-Terminal in Deutschland zu favorisieren. Roesberg begründete das unter anderem mit deutlichen Standortvorteilen gegenüber den beiden Mitbewerbern im Norden. So fehle zum Beispiel in Brunsbüttel ein Pipelineanschluss an das deutsche Gasnetz, aus seiner Sicht „ein Handicap“. Roesberg weiter: „Ein solches Handicap haben wir in Stade nicht. Die entsprechende Pipeline ist bereits vorhanden.“ Denn auch Stade habe einen starke petrochemischen Cluster. Roesberg sieht im Flüssigerdgas die entscheidende Brückentechnologie, bis noch Besseres im Markt verfügbar sei. Für Stade sei LNG jedenfalls „die Gelegenheit, um diesen Standort weiter aufzuwerten“. EHA/dpa

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