RoRo-Ladung bleibt Zugpferd

Volle Power: Umschlag von RoRo-Ladung im Rostocker Hafen, Flaggschiff der Häfen Mecklenburg-Vorpommerns, Foto: Arndt
In den Seehäfen des Küstenbundeslandes Mecklenburg-Vorpommern spielt die „rollende Ladung“ weiterhin die mit Abstand bedeutendste Rolle beim Gesamtumschlag.
Darauf weist Sören Jurrat, Vorsitzender des Landesverbands Hafenwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LHMV), in der jetzt vorgelegten Umschlagbilanz 2019 hin. Im Berichtsjahr trug das RoRo-Güter-Segment etwa 16,6 Millionen Tonnen zum Gesamtumschlag von 38,4 Millionen Tonnen bei. Die beiden führenden Umschlagstandorte für rollendes Gut sind dabei Rostock, mit großem Abstand gefolgt von Sassnitz/Mukran.
Für 2019 verzeichnet der LHMV beim Gesamtumschlag im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Mengenrückgang in Höhe von gut einem Prozentpunkt. Jurrat weiter: „Angesichts erschwerter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, einer eher gebremsten Entwicklung des BIP und sehr volatiler Märkte ist das um einen Prozentpunkt unter dem Vorjahresergebnis liegende Resultat dennoch als sehr gut zu bewerten.“
Auf Platz zwei der Güterstruktur in den Häfen Mecklenburg-Vorpommerns finden sich Massengüter und Flüssigladung. Für das Berichtsjahr weist der LHMV rund 12,9 Millionen Tonnen aus. Das wiederum stellt einen Zuwachs um gut drei Prozent gegenüber 2018 dar.
Spürbar angezogen habe beispielsweise der Getreideumschlag. Kleiner Wermutstropfen dabei: Die Menge lag 2019 jedoch unter der des langjährigen Mittels. Die Ursache: geringere Ernteerträge im Agrar-Bundesland an der Ostsee. Etwas mehr als drei Millionen Tonnen Getreide gingen 2019 über die Kaikanten und damit etwa zwölf Prozent mehr als 2018.
Sondereffekte ergaben sich beim Import von Flüssigladung. Die Erklärung: die zeitweise Sperrung der Erdölpipeline zwischen Russland und der Raffinerie im brandenburgischen Schwedt/Oder. Der Zuwachs bei Erdöl, flüssigen Mineralölprodukten und Gasen machte im Berichtsjahr insgesamt 30 Prozent aus. Weitere positive Mengenentwicklungen gab es bei Dünge- und Futtermitteln sowie bei greiferfähigen Eisen- und Stahlerzeugnissen.
Konventionelles Stückgut verbesserte sich um 14 Prozent auf etwa vier Millionen Tonnen. Für 2020 rechnet der LHMV mit einer insgesamt positiven Umschlagentwicklung, und zwar trotz eines zu erwartenden herausfordernden Marktumfeldes. EHA
