Rotterdam setzt auf Wasserstoffantrieb

Immer mehr Hafenverwaltungen in Europa gehen dazu über, eine Art „grüne Agenda“ zu entwickeln und schrittweise umzusetzen.

Das Spektrum ist dabei denkbar breit gefasst. Von speziellen Öko-Rabatten für besonders umweltfreundliche Schiffe über operative Einschränkungen für Lkw mit schlechteren Emissionswerten, eine konsequente Landstromversorgung (idealerweise mit grünem Strom) für die Binnen- und Seeschifffahrt bis hin zur Umrüstung des Port-Authority-eigenen Fuhrparks auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie Elektromotoren, Erdgas (CNG) oder auch Wasserstoff.

Auch der Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) hat sich dem Umweltschutz verschrieben. Er will unter anderem einen Wasserstoff-Fuhrpark aufbauen. Denn Wasserstoff ist nach Überzeugung des HbR eine fast unerschöpfliche Energiequelle. Sie habe zudem den Vorteil hat, dass Überschüsse für die spätere Verwendung gespeichert werden können. Ein weiteres großes Plus bestehe darin, dass das Wasserstofffahrzeug keine Schadstoffe wie Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Feinstaub in die Luft emittiert. Bei der Umsetzung von Wasserstoff in Energie entsteht nämlich ausschließlich Wasser.

Gegenwärtig wird Wasserstoff hauptsächlich noch aus Erdgas gewonnen, also aus einer fossilen Energiequelle. Das dabei anfallende CO

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könne jedoch umgewandelt oder gespeichert werden, und langfristig wird sich Wasserstoff umweltfreundlich – aus nachhaltig erzeugtem Strom – herstellen lassen.

Als Mitbegründer der Nationalen Wasserstoffplattform betrachtet der Hafenbetrieb den nachhaltigen Brennstoff als realistische zukünftige Alternative für die Nutzung fossiler Energieträger.

„Über diese Plattform beteiligen wir uns an der Entwicklung wasserstoffbetriebener Lastkraftwagen für den Containertransport im Hafen“, erläutert Jurjen Duintjer, Geschäftsfeld-Entwickler Gas und Energie beim Hafenbetrieb, die Pläne. „Wasserstoff kann in verschiedenen Bereichen des Hafengebiets von großer Bedeutung sein; mit der Inbetriebnahme eines Wasserstoff-Pkw tun wir bereits einen ersten Schritt. Auch um andere Unternehmen zu inspirieren und dazu anzuregen, es uns gleichzutun.“

Der Hafenbetrieb Rotterdam hat den Vorläufer unter den Vorläufern auf diesem Gebiet angeschafft: den Hyundai ix35 Fuel Cell. Dieses moderne Fahrzeug – kein Prototyp, sondern schon im Handel angeboten – fährt wie jedes andere Elektrofahrzeug, hat aber einen Aktionsradius von fast 600 Kilometern. Dar über hin aus ist es blitzschnell befüllt – in nur drei Minuten ist der Tank voll. Momentan ist das Hafengebiet ein ideales Testgelände für dieses Fahrzeug: „Wir haben hier in Rotterdam die erste öffentliche Wasserstofftankstelle der Niederlande“, ergänzt Duintjer. „Im Hafen wird schon seit vielen Jahren Wasserstoff erzeugt. Wir haben Raffinerien, die Diesel und Benzin herstellen; damit verfügen wir also über die notwendige Kenntnis und Infrastruktur“, schließt Duintjer. EHA

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