Rotterdams Hafen-Expertise für Indonesien

Strategisch günstig: Der neue Tiefwasserhafen grenzt direkt an die Straße von Malakka , Foto/Karte: Port of Rotterdam

Besiegelung des Kooperationsvertrags in Medan
Die historisch geprägten engen Beziehungen zwischen den Niederlanden und Indonesien werden weiter vertieft.
Der Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) unterzeichnete jetzt in der Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt Medan (Nordsumatra) einen Kooperationsvertrag mit dem staatlichen Hafenbetrieb Pelindo I über die Entwicklung des neuen Tiefwasserhafens Kuala Tanjung. Für den HbR setzte dessen Generaldirektor, Allard Castelein, die Unterschrift auf das Vertrags dokument.
Gemeinsam mit Pelindo I wird der auf dem Gebiet von Auslandskooperationen erfahrene HbR eine Machbarkeitsstudie für den neuen Hafen erstellen. In einem ersten Schritt wird eine entsprechende Projektorganisation eingerichtet, in der einige HbR-Mitarbeiter vor Ort tätig werden.
Abhängig von den Ergebnissen dieser Studie wird der Hafenbetrieb dann prüfen, ob mit Pelindo I ein Joint Venture zur weiteren Realisierung des Hafens gegründet wird. Castelein betonte, dass Europas größter Seehafen ein ausgeprägtes Interesse daran habe, sein Fachwissen auch an anderen Orten in der Welt in zukunftsweisende Hafenprojekte einzubringen. Er sei fest davon überzeugt, dass der HbR gemeinsam mit Pelindo I „ein starkes Team bilden wird“.
Die Vertragsunterzeichnung war eingebunden in die Reise einer Delegation der Rotterdamer Hafen- und Logistikwirtschaft. An ihrer Spitze steht auch Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb. Auch er wohnte der Vertragsunterzeichnung bei. „Ich hoffe, dass der neue Hafen viele neue Arbeitsplätze in Sumatra schafft“, sagte Aboutaleb.
Der geplante Hafen Kuala Tanjung liegt in der Nähe von Medan, und zwar direkt an der Straße von Malakka. Sie gehört zu den wichtigsten Wasserstraßen für die Weltschifffahrt.
Der seit 2014 amtierende indonesische Präsident Joko Wido hat sich zum Ziel gesetzt, den maritimen Sektor nachhaltig zu stärken und zu einer Art Speerspitze für die Volkswirtschaft des Inselstaates weiterzuentwickeln. Das Hafenprojekt Kuala Tanjung spielt in diesem maritimem Gesamtkonzept eine wichtige Rolle.
Die Entwicklung eines neuen Tiefwasserhafens in Indonesien passt nach Überzeugung des HbR optimal zum bisherigen Engagement der Hafenverwaltung außerhalb ihrer Grenzen. Dabei sieht sich der Hafenbetrieb traditionell auch als eine Art Türöffner für andere Unternehmen aus den Niederlanden aus dem Bereich Verkehrswirtschaft.
Der Hafenbetrieb gründete bereits 2003 ein Joint Venture mit dem Sultanat von Oman zur Entwicklung des Hafens von Sohar. So entstand die „Sohar Industrial Port Company“.
Eine weitere Stoßrichtung ist das Schwellenland Brasilien im Allgemeinen mit dem Hafen Porto Central. Sein Kern bildet eine Industrie-Hafenzone mit einer Gesamtfläche von 1725 Hektar. Auch in diesem Fall geht es um einen Tiefwasserhafen, der eine Wassertiefe von bis zu 25,5 Meter aufweist – ausreichend, um auch die Frachter mit den größten Tiefgängen problemlos aufzunehmen. Der Hafen soll verschiedene Spezialterminals erhalten, so auch für den Offshore-Bereich. EHA
