Starke Häfen bleiben Wohlstandsgarant

Die aktuell günstige Konjunkturlage in Deutschland sollte unbedingt dazu genutzt werden, um dringend notwendige Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur vorzunehmen – sowohl hinsichtlich Instandhaltung als auch Neubau.

Dafür sprach sich Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies auf dem 25. Niedersächsischen Hafentag aus, der am Freitag in Oldenburg stattfand. „Wir sollten uns davor hüten, in eine Art Wohlstandsbequemlichkeit zu verfallen“, warnte der Minister in seiner Rede vor rund 300 Gästen aus Politik und maritimer Verbundwirtschaft. Gerade jetzt, wo mit der inhaltlichen Fertigstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) für die nächsten 15 Jahre die Investitionsvorhaben festgeschrieben werden, sollten Planungskapazitäten geschaffen und baufertige Projekte umgesetzt werden, ergänzte der SPD-Politiker. Denn: „Das Zeitfenster ist eng.“ Er machte zugleich deutlich, dass die norddeutschen Länder bei der Berücksichtigung im neuen BVWP Vorrang genießen sollten. Denn Investitionen in Häfen und Hinterlandverbindungen seien von nationalem Interesse. So hingen beispielsweise allein 68.000 Arbeitsplätze im Automobilsektor von den Kapazitäten der Häfen ab, warf Lies ein. Er berief sich dabei auf eine Untersuchung des Bremer Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL). Dabei entfielen 18.000 Jobs auf Fabriken und Zulieferer in Bayern. Weitere 15.000 seien in Baden-Württemberg zu verzeichnen. „Es ist eine wichtige Aufgabe, hier Überzeugungsarbeit zu leisten und aufzuzeigen, war um Ausbau und Veränderungen notwendig sind“, so Lies.

Ähnlich äußerte sich auch Gerd Deimel, Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkomitees (DSVK) im BDI und Vice President Lanxess Deutschland GmbH. Als Vertreter eines Chemieverladers zeigte sich Deimel besorgt darüber, dass durch Infrastrukturdefizite in Deutschland die Wertschöpfungskette geschwächt wird. „Wenn plötzlich weniger Produkte veredelt werden können, dann sinkt auch der Wohlstand, und das bekommen wir alle zu spüren“, erklärte Deimel. Mit Blick auf den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven bedauerte es der Industriemanager sehr, dass der JadeWeserPort bis heute überhaupt keine Binnenschiffsanbindung habe. Gerade die Chemieindustrie nutze neben der Bahn auch das Binnenschiff für den Gütertransport zumal über größere Distanzen. JPN/EHA

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben