Stralsund verbucht Umschlagrückgang

Der Seehafen Stralsund verzeichnete 2019 einen Gesamtumschlag von 1,67 Millionen Tonnen, Foto: Seehafen Stralsund
Mit einem Gesamtumschlag von 1,67 Millionen Tonnen hat der Seehafen Stralsund 2019 deutlich weniger Güter umgeschlagen als im vorangegangenen Rekordjahr. 2018 waren es 2,15 Millionen Tonnen gewesen.
Nach Jahren kontinuierlicher Mengensteigerungen habe es 2019 erstmals einen Rückgang bei den Ausfuhren von REA-Gips (Gips aus Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen) gegeben: Im Vergleich zum Vorjahr gingen den Angaben zufolge 18 Prozent weniger in den Export. Trotz Mengensteigerungen Richtung Dänemark, Niederlande und Norwegen mussten bei den Ausfuhren nach Finnland, Schweden und Großbritannien deutliche Rückgänge verbucht werden.
Im Bereich Stahllogistik sei bereits mit Jahresstart 2019 absehbar gewesen, dass die konzertierten Materialeinkäufe der Werftindustrie nicht in dem Maße wie 2018 wirksam werden würden. Andere Partner aus der maritimen Wirtschaft, die seit Jahren mit der Logistikgemeinschaft Seehafen Stralsund/Ostsee-Strahl-Zentrum kooperieren, importierten demnach ebenfalls deutlich weniger Material.
Mengenzuwächse gab es 2019 in Stralsund dagegen beim Export von Getreide. Futtermittelimporte wurden im vergangenen Jahr neu ins Portfolio von der Agrarwirtschaft am Standort aufgenommen. Bei den Düngemittelverladungen war ein leichter Rückgang gegenüber 2018 zu verzeichnen.
Positiv sei die Ankündigung der Recyclingbranche aufgenommen worden, den Export hochwertiger Schrottqualitäten über den Seehafen Stralsund neu aufzulegen. Die Kooperation zur Versorgung skandinavischer Spezialhersteller von hochlegierten Stählen war 2009 mit der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Seehafen Stralsund und süddeutschen Partnern gestartet worden, im Zuge der Nachwirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise jedoch komplett zum Erliegen gekommen. Die Wiederaufnahme der Transporte mit ausschließlich bahngebundenem Vorlauf der Ladung habe 2019 zu einem deutlichen Ladungszuwachs geführt, der sich im laufenden Jahr verstetigen werde.
Führender Ostseehafen ist der Seehafen Stralsund eigenen Angaben zufolge weiterhin im Segment der Flusskreuzfahrten. 13 Schiffe verkehrten zwischen April und Oktober 2019 zwischen der Metropolregion Berlin und Vorpommerns Universalhafen und damit zwei mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 16.581 Passagiere und 121 Anläufe gezählt. Für 2020 rechnet der Seehafen Stralsund mit ähnlichen Anlauf- und Passagierzahlen, die Saison startet am 7. Mai. bek
