Wasserstoff gehört die Zukunft

Hamburgs Speditions- und Logistikwirtschaft steht einem „grünen“ Fuhrpark äußerst aufgeschlossen gegenüber.

Dieses Bekenntnis legte der Vorstand des Vereins Hamburger Spediteure (VHSp) am Mittwoch in der Elb-Hansestadt beim traditionellen Mediengespräch im Vorfeld der am gleichen Tag stattfindenden Mitgliederversammlung ab. Zu dieser Veranstaltung konnte VHSp-Vorsitzer Willem van der Schalk rund 200 Gäste begrüßen. Als Hauptsprecher hatten die Spediteure Michael Pradel, Senior Managing Director Region Europe der Reederei Hapag-Lloyd, gewonnen. Er ging dabei auf aktuelle Herausforderungen der internationalen Containerlinienschifffahrt ein.

Axel Plaß, geschäftsführender Gesellschafter der Konrad Zippel GmbH & Co. KG und darüber hinaus stellvertretender VHSp-Vorsitzer, präsentierte auf der Pressekonferenz wichtige Details aus der aktuellen Konjunkturumfrage im Kreis der Mitgliedsfirmen zum Themenkomplex „Neue Antriebstechnologien“. Demzufolge sehen 35 Prozent der befragten Firmen in Wasserstoff den langfristig aussichtsreichsten alternativen Treibstoff für die Branche. Auf Platz zwei folgt LNG, auf Platz drei bereits der E-Antrieb. Für elf Prozent der Befragten bleibt der konventionelle Diesel das Maß aller Dinge, während sich gerade einmal ein Prozent der Firmen für „Erdgas“ (CNG) interessieren könnte. Dieser geringe Wert habe ihn persönlich „überrascht“, weil sich das von ihm geführte, gerade im Seehafen-Hinterlandverkehr sowie der klassischen Hafenumfuhr stark präsente Unternehmen auf die Nutzung von „CNG“ festgelegt habe. Plaß berichtete, dass aktuell neun Lkw mit CNG unterwegs sind, weitere acht Trucks kämen in wenigen Wochen, und mittelfristig wolle der Traditionsbetrieb sogar um die 50 Lkw mit CNG-Antrieb im Einsatz haben. Sein Unternehmen habe mit CNG bislang sehr gute Erfahrungen gesammelt. „Sehr kritisch“ bewertet der erfahrene Praktiker Axel Plaß das Projekt auf einem Teilabschnitt der Autobahn 1 in Richtung Lübeck, wo speziell ausgerüstete E-Antriebs-Lkw ihren Strom künftig über eine Oberleitung beziehen.

In der Unternehmer-Umfrage wurde auch nach der Zufriedenheit mit den Services der Reedereien gefragt. Das Ergebnis: „Es besteht eine große Unzufriedenheit“, so Verbands-Chef van der Schalk. Das waren immerhin 71 Prozent der Befragten. Bemängelt wurden vor allem die Erreichbarkeit von Ansprechpartnern, die Informationspolitik bei Unregelmäßigkeiten, die Fahrplantreue und vieles mehr. EHA

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