Weil deutet JWP-Erweiterung an

Die Dienste von Maersk sorgen derzeit für Betrieb an Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen, Foto: Scheer
Einen Tag nach Klärung der Fragen um die Erreichbarkeit per Schiene erhält Deutschlands einziger Tiefwasserhafen politische Unterstützung durch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten.
Stephan Weil (SPD) hält einen Ausbau des kriselnden Tiefwasserhafens JadeWeserPort (JWP) für nötig – grenzt den Zeitpunkt dafür aber nicht näher ein.
„Irgendwann werden wir über einen zweiten Abschnitt nachdenken müssen“, sagte der SPD-Politiker gestern bei einem Besuch des Milliardenprojektes in Wilhelmshaven. Derzeit lässt das Land einen Ausbau des Hafens mit einer Machbarkeitsstudie überprüfen.
Weil bekräftigte die langfristig positiven Aussichten für den bisher unter Verlusten und Rückschlägen leidenden Hafen. Deutschland werde noch viel Freude an seinem einzigen Tiefseehafen haben, sagte Weil, der an dem Tiefwasserhafen während seiner Sommerreise Station machte.
„Die strategische Bedeutung des Hafens wird noch deutlich werden“, sagte Weil. Moderne Containerschiffe mit mehr Tiefgang benötigten einen Tiefwasserhafen – den der große Hafenkonkurrent Hamburg nicht bieten kann. Deshalb sei der JadeWeserPort ein „Top-Thema“ für die Regierung in Hannover, sagte Weil. Die Entscheidung für den Hafen sei mutig und weitsichtig gewesen. Der Startschuss für das Projekt war im Jahr 2003 noch unter dem damaligen Ministerpräsidenten Sigmar Ga briel (SPD) gefallen.
Aufgrund der weltweiten Schifffahrtskrise bleibt der Hafen bis heute weitgehend hinter den Erwartungen zurück. Kritiker vermissen eine abgestimmte Gesamtstrategie unter allen deutschen Seehäfen. lni/pk