Wilhelmshaven setzt auf Windenergie

Die Bundesregierung hat 2011 den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien mit einem Schwerpunkt auf Offshore-Windenergie beschlossen, die Ziele 2014 aber im novellierten EEG reduziert beziehungsweise zeitlich geschoben.

So sollen jetzt im Küstenvorfeld, der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands (AWZ), bis zum Jahr 2030 Offshore-Anlagen mit insgesamt 15.000 MW Leistung installiert werden. In der Regel sind dies Anlagen im Leistungsbereich um 5 MW, später auch mit höherer Leistung. Hinzu kommen die Vorhaben in den angrenzenden EU-Ländern Niederlande, Großbritannien und Dänemark. Dieses verlangt eine umfangreiche und moderne Hafeninfrastruktur – insbesondere vor dem Hintergrund, dass mit einer vor aussichtlichen Lebensdauer von 20 Jahren die installierten Anlagen ab 2030 eine Erneuerung, das sogenannte Repowering, benötigen.

Steigender Servicebedarf

Diese Aktivitäten erfordern langfristig mindestens den gleichen, wenn nicht sogar höheren Aufwand als die jetzt geplanten Neuinstallationen. Abhängig von der Entwicklung der zukünftigen Energiepolitik wird sich daraus ein sehr langfristiges oder sogar dauerhaftes Potenzial ergeben.

Die Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V. (WHV) wirbt in Zusammenarbeit mit den Unternehmen ihrer „Arbeitsgruppe Windenergie“ bereits seit 2010 offensiv für den Hafen Wilhelmshaven als Offshore-Windenergie-Standort. Die Ergebnisse ihrer Arbeit schlagen sich in den stetig steigenden Schiffsverkehren der Offshore-Windenergie im Hafen nieder. So verzeichnet der WHV eine hohe Wertschöpfung durch die verstärkte Nutzung des Wilhelmshavener Hafens für Offshore-Projekte, sei es für Zwischenlagerung, Vormontage von Anlagenteilen, die Um- und Ausrüstung von Errichterschiffen, Kabellegern oder für den Service an Versorgungseinheiten.

Realisierung von Offshore-Großprojekten

Mit seinen nautischen Bedingungen hat sich der Standort Wilhelmshaven in den vergangenen Jahren als Offshore-Wind-Basis eta bliert, in erster Linie als Service-Hub für die eingesetzten Schiffseinheiten. Der Hafen verfügt über eine seeseitige Zufahrt mit einer 300 Meter breiten Fahrrinne von 18 Meter SKN Wassertiefe und einem 23 NM langen und 700 Meter breit betonnten Fahrwasser. Dies schafft ein Alleinstellungsmerkmal für die Möglichkeiten von Umschlag, Lagerung, Vormontage und Abtransport ganzer Rotorsterne auf dem Gelände des Eurogate Container Terminals Wilhelmshaven im Tiefwasserhafen, wie es im Rahmen des AREVA-Nordsee-Windparks „Global Tech I“ erfolgt ist. Der Umschlag von Schwergut und vorgefertigten Modulen sowie die Verschiffung von Offshore-Windenergiekomponenten wird über den Zugang der großen Doppelschleuse zum Inneren Hafen gewährleistet. Die Tidefreiheit in Wilhelmshaven ermöglicht parallel eine höhengleiche Verladung auf Spezialschiffe oder Pontons, ohne dass Schwerlastkrane erforderlich sind.

Sonderservices für spezielle Situationen

Der Innere Hafen deckt mit zahlreichen Unternehmen den Bedarf an Logistik, Servicedienstleistungen und Werftarbeiten im Bereich der Offshore-Windenergie ab. Hinzu kommen Spezialunternehmen aus dem Wasserbau, Taucherarbeiten, Hy drauliksysteme, Elektrotechnik und Stahlkonservierung. Eine Besonderheit ist die Basis der Wiking Helikopter Service GmbH auf dem JadeWeserAirport. Seit Beginn der ersten Aufbautätigkeiten von Offshore-Windparks führt Wiking für die Betreiber und Aufbaufirmen Versorgungsflüge mit Material und Personen für Crew Changes in der Nordsee durch. Für die notfallmedizinische Versorgung in Offshore-Windparks hält Wiking rund um die Uhr das Fluggerät mit Besatzung bereit und kooperiert dabei mit der ADAC-Luftrettung. Sie stellt das medizinische Personal und die medizinische Ausrüstung.

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