Wirbel um HHLA-Gutachten

Ein internes Gutachten offenbart alarmierende Zustände bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA).

Die Organisation am Container Terminal Burchardkai (CTB) sei „mangelhaft“, und die dort beschäftigten Hafenarbeiter hätten „maximale Freiheitsgrade bei der Freizeitgestaltung“, heißt es in einer jetzt bekannt gewordenen Untersuchung der Unternehmensberatung Metaplan für den HHLA-Vorstand. „Containerumschlag, Gewinnerzielung und Beschäftigungssicherung sind für viele Beschäftigte nachgeordnete Organisationszwecke. An erster Stelle steht die Chance auf außerordentlich hohe private Einkommen“, enthüllten die bereits vor zwei Jahren beauftragten Experten. Das „Hamburger Abendblatt“ hatte zuerst über den Vorgang berichtet und Arbeitsdirektor Heinz Brandt zitiert. Ein Teil der Mängel sei inzwischen behoben worden, und die mangelhafte Führungsorganisation am Burchardkai habe zu personellen Veränderungen geführt. Dagegen wollte sich die HHLA gegenüber dem THB nicht äußern.

Dafür übte die FDP heftige Kritik und fordert Aufklärung: „Die städtische Aufsicht hat versagt“, erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher und parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Michael Kruse: Das Gutachten dokumentiere, was in Hafenkreisen lange bekannt sei: „Der Burchardkai ist der Pro blemterminal der HHLA“, so der Politiker. Die mangelnde Steuerung öffentlicher Unternehmen durch die SPD-geführte Finanzbehörde offenbare das ganze Problem städtischer Unternehmensführung: Am Ende herrschten in milliardenschweren Unternehmen Kontrollverlust und Führungslosigkeit. Für die FDP-Fraktion sei die Tatenlosigkeit des Senats in der Unternehmensaufsicht nicht länger hinnehmbar: Wir werden deshalb die Offenlegung des vom HHLA-Vorstand beauftragten Gutachtens und die Befassung des Gutachtens im Ausschuss für öffentliche Unternehmen beantragen“, kündigte Kruse an. FBi

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