NOK bleibt Investitions-Cluster

Trotz weiter rückläufiger Verkehrsmengen bleibt der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ein Investitionsschwerpunkt für den Bund und damit seine Wasserstraßenverwaltung.

In der Summe der verschiedenen Beschaffungs-, Neu- und Ausbauvorhaben sowie Ersatzmaßnahmen fließen in dieser Dekade mehr als 1,85 Milliarden Euro in die weiterhin verkehrsreichste künstliche Wasserstraße der Welt. Das geht unter anderem aus der NOK-Bilanz 2019 hervor, die Prof. Dr. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), am Freitag in Kiel vorlegte. Das mit Abstand kostenträchtigste Neubauvorhaben ist dabei die 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel, an der inzwischen gearbeitet wird, die aber hinter dem ursprünglichen Zeit- und Kostenplan liegt. 270 Millionen Euro waren einmal vorgesehen, 2021 sollte sie verfügbar sein. Dafür gab es eine Reihe von Ursachen, zu denen unter anderem die mit einem nicht unerheblichen, auch kostenwirksamen Zusatzaufwand zu betreibende Kampfmittelsondierung gehörte. Witte berichtete, dass man sich inzwischen mit den bauausführenden Firmen über einen neuen, verbindlichen Zeitplan verständigt habe. „Ende 2026 soll die Schleuse für den Schiffsverkehr freigegeben werden“, präzisierte Witte. Die Gesamtkosten sind jetzt auf rund 830 Millionen Euro veranschlagt.

Das Thema Schleusenerneuerung kommt auch in Kiel-Holtenau zum Tragen. Dabei geht es um einen Ersatz für die beiden kleinen Schleusenkammern. Witte zufolge sei für das Projekt, das mit aktuell 315 Millionen Euro veranschlagt ist, ein eigenes Planfeststellungsver fahren eröffnet worden. Noch im laufenden Quartal werde es „voraussichtlich“ einen Erörtertungstermin geben.

Eine weitere zentrale Ersatzbaumaßnahme fokussiert sich auf die das Kanalbild prägende Levensauer Hochbrücke. Das betagte, wichtige Brückenbauwerk wird für rund 68 Millionen Euro erneuert.

Für Rendsburg läuft die Erneuerung der Schwebefähre auf Hochtouren; die alte wurde bei einer Schiffshavarie am 8. Januar 2016 so schwer beschädigt, dass sie als irreparabel eingestuft wurde. Noch im laufenden Jahr wird der Fährneubau verfügbar sein. 2019 verlor der NOK aus mehreren Gründen deutlich bei den Schiffspassagen und unterschritt die Grenze von 30.000 Einheiten. Insgesamt befuhren 28.797 Schiffe den rund 100 Kilometer langen Kanal. Sie transportierten dabei gut 83,5 Millionen Tonnen (minus 4,6 Prozent). EHA

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