NRW für starkes Wasserstraßennetzwerk

Strukturwandel erfolgreich vollzogen: Duisburg ist heute ein führender Logistikknoten, Foto: Duisport

Lebensader und Wirtschaftsweg: der Rhein, hier in Köln. Binnenschiffe prägen das Bild, Foto: HGK

Michael Groscheck, Foto: MBWSV/Ralph Sondermann
Nordrhein-Westfalen (NRW) will seine nationale und internationale Logistikkompetenz in den kommenden Jahren weiter stärken und setzt dabei unter anderem auf top-entwickelte Häfen, ein leistungsfähiges Wasserstraßennetz und ein dynamisches Binnenschiffsgewerbe.
Das ist die Philosophie, auf der das neue Wasserstraßen, Hafen- und Logistikkonzept des Landes aufbaut. Verkehrs- und Wirtschaftsminister Michael Groschek will es am 11. April der Öffentlichkeit präsentieren.
Das rund 115 Seiten starke, detaillierte Konzept stellt dabei eine konsequente Weiterentwicklung des 2004 vorgelegten ersten Wasserstraßenverkehrs- und Hafenkonzepts Nordrhein-Westfalen sowie der vier Jahre später erfolgten An schluss ausarbeitung dar.
Nach Überzeugung des Düsseldorfer Verkehrs- und Wirtschaftsministeriums hat sich die Logistikbranche im bevölkerungsreichsten Bundesland bis heute „zu einer der führenden Wachstumsbranchen in NRW entwickelt“. Dabei übernehmen im Besonderen die Häfen die Rolle von „Wachstumsmotoren für Stadt und Land“. Mit dem neuen Gesamtkonzept will das Ministerium erreichen, dass die vorhandenen Stärken gewahrt und Schwachstellen definiert und beseitigt werden. Nach Überzeugung von Groschek nimmt vor allem die Logistik inzwischen „eine wesentliche Querschnittsfunktion in der arbeitsteiligen Wirtschaft ein“. Sie habe damit an wirtschafts-, verkehrs- und auch klimaschutzpolitischer Bedeutung weiter gewonnen. „Sachlich notwendig ist demnach, dass der Bereich Logistik noch stärker in den Vordergrund rückt“, heißt es dazu in dem Konzept. Zum Hintergrund: Derzeit gibt es landesweit etwa 28.000 Unternehmen, die der Kernbranche Logis tik zugeordnet werden können. Sie erwirtschaften gemeinsam einen Jahresumsatz von rund 70 Milliarden Euro und sichern Lohn und Brot für annähernd 317.000 Beschäftigte.
Als Bundesland, das dank seiner Topographie von einer Vielzahl von natürlichen Wasserwegen durchzogen wird, die im Lauf der Jahrhunderte durch künstlich angelegte Kanäle ergänzt beziehungsweise vernetzt wurden, soll das Binnenschiff nach dem Willen des Ministeriums aus umwelt- und klimaschutzpolitischen Gründen in Zukunft eine noch stärkere Rolle als Verkehrsträger spielen. „Multimodalität“ innerhalb von Logistikketten ist für das Ministerium dabei ein zentrales Stichwort.
Eine Schlüsselstellung nehmen auch die verschiedenen Binnenhäfen ein, wobei der mit Abstand bedeutendste Duisburg ist. Hier vollzog sich in den zurückliegenden 40 Jahren zudem ein umfangreicher Strukturwandel – weg vom reinen, auf die Bedürfnisse der Montanindustrie ausgerichteten Umschlagknoten und hin zu einer der führenden europäischen Logistikdreh scheiben.
Das neue Gesamtkonzept konzentriert sich vor allem auf die öffentlichen Häfen. Weiter heißt es dazu: „Private Häfen haben für die NRW-Wirtschaft zwar eine große Bedeutung. Sie dienen aber in der Regel nur als Umschlagstelle einzelner Unternehmen. Die Politik der Landesregierung hat auf die Entwicklung dieser Standorte grundsätzlich wenig Einfluss.“
Nach Überzeugung des Verkehrs- und Wirtschaftsministeriums soll zwar die Hafenvielfalt in NRW erhalten bleiben, doch soll zugleich die häfenübergreifende Zusammenarbeit weiter vorangetrieben werden. Auf dem Gebiet der Häfenko operation wurden in den zurückliegenden knapp zehn Jahren allerdings bereits wichtige Meilensteine gesetzt. So haben sich beispielsweise unter der Dachmarke „RheinCargo“ die Häfen Neuss-Düsseldorf und Köln zusammengeschlossen. Mit „DeltaPort“ entstand zudem ein neuer Hafenverbund im Raum Wesel. Und weiter: „Die Seehäfen zeigen Interesse, sich an Hafenprojekten in Nordrhein-Westfalen zu beteiligen.“ EHA
