China bestellt weitere Megabulker

Aktueller Anlauf eines Großbulkers: Die „Anangel Trust“ machte jetzt wieder in Hamburg fest, Foto: Hasenpusch
Trotz erheblicher Überkapazitäten im Bulkermarkt haben chinesische Reedereien bei einheimischen Werften jetzt weitere Cape sizer bestellt.
Die größte Order erging bei Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding. Dort sollen bis 2018 für China COSCO Shipping zehn Massengutschiffe mit Tragfähigkeiten von jeweils 400.000 Tonnen entstehen. In der gleichen Größe baut Yangzijiang für ICBC Leasing sechs Carrier. Weitere sieben Capesizer hat ICBC in Beihai bestellt – allesamt für Ablieferungen 2018 bestimmt.
Unterstützt wird die neue Order offensive von der chinesischen Regierung und dem brasilianischen Konzern Vale. Das Unternehmen mit Sitz in Rio de Janeiro zählt neben Rio Tinto und BHP Billiton zu den drei größten Bergbauunternehmen weltweit. Führen die Werften die Aufträge wie geplant aus, käme allein mit den jetzt bestellten Megabulkern ein Neuvolumen von 9,2 Millionen tdw in den Markt.
Hintergrund: Neue Bulker werden zwar nicht benötigt. Insbesondere asiatische Staaten wie Korea und China ergreifen jedoch Maßnahmen gegen mangelnde Beschäftigung an den heimischen Werften. Die Schiffbauer schreiben dort hohe Verluste. So hatte zuletzt die koreanische Daewoo-Werft angekündigt, weitere 12.000 Stellen zu streichen. Zu Beginn dieses Jahres hatte die Regierung Südkoreas ein großes Investitionspaket für die heimische Schifffahrt angekündigt. 1,2 Milliarden Dollar fließen in einen Fonds, aus dem sich koreanische Reeder bedienen können, um neue Schiffe bei inländischen Werften zu finanzieren.
Die Ratingagentur Moody’s hat die Bewertung für den Ausblick der weltweiten Schifffahrt von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt und dabei insbesondere auf die hohe Zahl anstehender Ablieferungen von Bulkern und Containerschiffen hingewiesen – bei gedämpfter Nachfrage. fab
