China öffnet Märkte weiter
Chinas Staatsrat hat neue Maßnahmen für einen leichteren Marktzugang von ausländischen Unternehmen beschlossen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag berichtete, sollen bis 2018 alle Sektoren bis auf „einige untersagte“ Bereiche für Firmen aus dem Ausland geöffnet werden. Umgesetzt werden soll das Vorhaben mit der landesweiten Einführung einer „Negativliste“. Ausländische Firmen dürfen dann in China erstmals alle Geschäfte betreiben, die nicht auf der Liste stehen. Bislang war das Gegenteil der Fall: Firmen konnten nur in Bereichen investieren, die zuvor ausdrücklich für Ausländer genehmigt waren.
Europäische Unternehmen nehmen die Ankündigung positiv auf. „Wir begrüßen die innenpolitischen Reformen durch die Öffnung nach außen“, sagte Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking. Die Kammer habe schon seit langer Zeit die Einführung einer kurzen Negativliste befürwortet. Um Sorgen über die angespannte Lage der chinesischen Wirtschaft zu zerstreuen, hatte Peking zuletzt immer wieder neue Reformvorhaben angekündigt. Erst vor zwei Wochen hatte Chinas Premierminister Li Keqiang versprochen, auch die Finanzmärkte des Landes weiter öffnen zu wollen.
Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Davon profitiert insbesondere Hamburg. Der Boxenumschlag in der Elbmetropole legte im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent zu, insbesondere aufgrund des starken Wachstums im China-Geschäft mit rund drei Millionen TEU. In diesem Jahr schrumpft der chinesische Außenhandel. Das macht sich auch beim Containerumschlag in Hamburg bemerkbar, der im ersten Halbjahr 2015 um 6,8 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurückblieb. Der Containerverkehr mit dem wichtigsten Handelspartner China ging um 10,9 Prozent auf 1,3 Millionen TEU zurück.
Derweil rechnet die Asiatische Entwicklungsbank damit, dass China sein Wachstumsziel von sieben Prozent in diesem Jahr nicht erreichen wird. Die Bank teilte am Montag mit, dass sie für die chinesische Wirtschaft nur noch 6,8 Prozent Wachstum prognostiziert. Mit einem Wachstum von 7,3 Prozent war die Wirtschaft des Landes im vergangenen Jahr so langsam wie seit einem viertel Jahrhundert nicht mehr gewachsen. dpa/fab
