Ein Arktis-Ministerium für Kanada

Die kanadische Bundesregierung sollte dringend eine Oberbehörde für die Genehmigung von Passagen durch die arktischen Gewässer einrichten. Außerdem empfiehlt ein Weißbuch, die Routen zu modifizieren.

Der Bericht trägt den Titel „The integrateted Arctic Corridors Framework“ und wurde vom Pew Charitable Trust, einer 1948 gegründeten unabhängigen US-amerikanischen Non-Profit-Organisation mit Sitz in Philadelphia, erarbeitet. Sie engagiert sich für den Schutz der Meere, der Umwelt und des Klimas. Der Bericht schlägt ein System der gestaffelten Schifffahrtsrouten vor, mit dem der sensible Bereich geschont würde, die Schifffahrt aber von der neuen Passage profitieren könnte. Dringend notwendig sei aber eine neue behördliche Organisationsstruktur für die Genehmigung der Passagen. „Das bisherige System ist nicht in der Lage, die ökologischen und sozialen Folgen für die Einwohner in den arktischen Territorien Kanadas sinnhaft einzuschätzen und entsprechende Entscheidungen zu treffen“, heißt es weiter.

Der Pew Charitable Trust mahnt weiterhin an, dass Kanada bisher keine stringente Arktik-Politik definiert habe: „Entscheidungen werden immer aufgrund kurzfristiger Entwicklungen getroffen. Eine Linie ist nicht erkennbar.“

Auch wenn der Bericht von einer Nicht-Regierungsorganisation erstellt wurde, so wurde er doch durch die seit November 2015 amtierende neue Bundesregierung unter dem liberalen Premierminister Justin Trudeau initiiert. Hintergrund ist die Verdoppelung des Schiffsverkehrs in dem ökologisch sensiblen Gebiet in den vergangenen 40 Jahren. Zudem gilt die Arktis als Lebensraum der indigenen Völker Kanadas.

Bisher hatte nur die Küstenwache eine Art Nutzungskodex für die Arktis entwickelt, der auf Empfehlungen der Northern Marine Transportation Corridors Initiative (NMTCI) beruhte. Trudeau, der mit dem Schutz der natürlichen Ressourcen Wahlkampf gemacht hatte, ist offen für eine administrative Neuregelung. pk

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