Ersatzteile aus dem Drucker

Frachter 2025: Am Computer entworfen, vom Computer gesteuert, aus dem All navigiert, Foto-Animation: DNV GL
„Schifffahrt 4.0“ – unter diesem Schlagwort könnte der Technikreport der norwegisch-deutschen Klassifikationsgesellschaft DNV GL stehen. Vor allem die Effizienz und die Umwelt könnten in Zukunft profitieren.
„Wenn man sich die weltwirtschaftlichen Rahmendaten ansieht, ist es schwer nachzuvollziehen, dass wir uns an der Schwelle zu einer technischen Revolution befinden. Wir sind aber überzeugt, dass wir eine ‚Renaissance‘ der Entwicklung erleben werden“, sagte Remi Eriksen, CEO von DNV GL, bei der Vorstellung des „Technology Outlook 2025“ in Shanghai. Der Blick in die Zukunft wird von den DNV-GL-Ingenieuren alle fünf Jahre evaluiert. Er gilt als wichtige Richtschnur für die Beurteilung technischer Machbarkeiten.
DNV GL geht in seinem Bericht davon aus, dass Fracht- und Spezialschiffe zu wichtigen Sensoren und Datengeneratoren werden, die für die Digitalisierung der Logistik unverzichtbar sind. In zehn Jahren werden Schiffe „schwimmende Computer sein“. Schon heute haben Pkw mehr Elektronik an Bord als die erste Generation der Space Shuttles. „Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Schiffe, die von Computern gesteuert und von Satelliten navigiert werden, könnten die Zukunft sein. Der massive Anstieg der übertrag- und verarbeitbaren Datenmengen wird zu immer niedrigeren Kosten im Schiffsbetrieb führen“, heißt es in dem Bericht weiter. Auch technische Entwicklungen werden positive Auswirkungen auf den Schiffsbetrieb haben: „Ersatzteile können künftig durch 3D-Drucker direkt in dem Hafen entstehen, in dem ein defektes Schiff liegt. Aufwendige und teure Spezialtransporte gehören dann der Vergangenheit an“, so die Ingenieure und Forscher weiter.
Dass der Report in Shanghais vorgestellt wurde, ist kein Zufall: Ostasien wird nach Einschätzung des Klassifizierers 2025 der Brennpunkt der Weltwirtschaft sein. pk