„Grande America“: In Sorge wegen Umweltschäden

Erst Stunden nach dem Untergang des unter italienischer Flagge fahrenden ConRo-Frachters „Grande America“ im Golf von Biscaya am Dienstagnachmittag um genau 15.26 Uhr Ortszeit meldete sich der Eigentümer des 22 Jahre alten Frachters, die italienische Grimaldi Lines, doch noch mit einem kurzen Statement zu Wort.

Das Unternehmen bestätigte darin nicht nur den „bedauerlichen“ Verlust (O-Ton) des Frachters, zugleich aber auch die glückliche Rettung aller 26 Crewmitglieder und eines Passagiers, sondern stellte zugleich die volle Unterstützung der Reederei bei der weiteren Gefahrenabwehr in Aussicht. Zwar ist der Atlantik im Bereich der Sinkposition, die sich rund 140 Seemeilen südwestlich des französischen Hafens Brest befindet, etwa 4600 Meter tief. Doch schließen die französischen Behörden einen Umweltschaden nicht grundsätzlich aus.

Zu den potenziellen Gefahrenquellen an Bord des rund 214 Meter langen und gut 32 Meter breiten Frachters gehört dabei neben Ladungsteilen auch und gerade der in den Treibstoffbunkern verbliebene Kraftstoff, das heißt mehrheitlich das giftige und damit hochgradig umweltschädliche Schweröl. Konkrete Angaben über die noch in den Tanks verbliebenen Kraftstoffmengen sowie sonstige Schmierstoffe lagen bei Redaktionsschluss jedoch nicht vor. Die italienische Reederei machte dazu in ihrem offiziellen Statement keine Angaben.

Ladungsverluste traten als Folge der immer stärker werden Schlagseite des Frachters auf. Die Besatzungen der verschiedenen eingesetzten Hubschrauber der Französischen Marine (Marine Nationale) wollen etwa zehn Container ausgemacht haben, die in der schweren See über Bord gingen. Zum Zeitpunkt des sich über viele Stunden erstreckenden Sinkvorgangs der „Grande America“ hielten sich zwei große Bergungsschlepper sowie die Fregatte „Aquitaine“ der Französischen Marine in der Nähe auf. Das Seegebiet wird weiter aus der Luft im Hinblick auf Öl- und Ladungsreste überwacht. EHA

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