Hapag-Lloyd verhandelt mit UASC über Zusammenschluss

Habben Jansen, Foto: Hapag-Lloyd
In der Containerschifffahrt bahnt sich der nächste große Zusammenschluss an.
Hapag-Lloyd und die United Arab Shipping Company (UASC) führen derzeit „Gespräche über mögliche Formen einer Kooperation einschließlich einer Zusammenführung ihrer jeweiligen Containerschifffahrtsaktivi täten“, teilte Hapag-Lloyd am Donnerstag mit. Offenbar stehen die Zeichen auf Fusion der Containerschiff-Sparten, denn für diesen Fall haben die Unternehmen bereits eine „relative Bewertung“ von 72 Prozent für Hapag-Lloyd und 28 Prozent für UASC vorgesehen – „vorbehaltlich eines beiderseitig zufriedenstellenden Abschlusses der Verhandlungen und der wechselseitigen Due Diligence“.
Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) sagte am Donnerstag am Rande einer Veranstaltung in Hamburg, ein solcher Schritt wäre für Hamburg wichtig, sofern der Standort der fusionierten Gesellschaft in der Hansestadt liege. Davon ist auszugehen, denn Hapag-Lloyd ist nach Kapazitäten die fünftgrößte Containerreederei weltweit, während UASC mit bisherigem Hauptsitz in Dubai auf Platz neun rangiert. Zusammen kommen beide Reedereien auf rund 230 Containerschiffe mit insgesamt etwas mehr 900.000 TEU. Damit liegen die potenziellen Fusionspartner etwa gleichauf mit Rickmers Maritime Services und E.R. Schiffahrt, die ebenfalls ihr Schiffsmanagement zusammenlegen wollen und zusammen rund 220 Einheiten bereedern. Am geplanten Joint Venture wären beide Partner im Verhältnis 50:50 gleichberechtigt (THB 15. April 2016).
Hapag-Lloyd hat bereits das Containergeschäft der chilenische Reederei Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV) übernommen. Kommt es jetzt zum Zusammenschluss mit UASC, wäre eine weitere Stärkung der Marktposition sicherlich eine wesentliche Motivation für diesen Schritt, sagte Horch. Allerdings seien vor einer Umsetzung noch kartell rechtliche Fragen zu klären.
Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben-Jansen hatte zu Beginn dieser Woche ausgeführt, dass nur drei Containerreedereien im vergangenen Jahr profitabel gewesen seien und dass engere Kooperationen in dieser Situation helfen könnten. Die französische Reederei CMA CGM einigte sich in dieser Woche mit den asiatischen Mitbewerbern COSCO, Evergreen und OOCL auf die Konditionen für ein Bündnis unter dem Namen „Ocean Alliance“ (THB 21. April 2016). fab
