Indien plant neuen Hafen

Colombo auf Sri Lanka war bisher ein wichtiger Umschlaghafen (Foto: Colombo Harbour)

Indien will beim Containerumschlag unabhängiger vom Ausland werden. Deswegen soll Enayam zum Transshipment-Hub werden. Die Pläne bereiten den verantwortlichen in Colombo Sorgen.
In Enayam bei Colachel im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu soll ein Transshipment-Hub entstehen. Das Projekt ist Informationen der Publikation „IHS Maritime & Trade“ zufolge Teil des Sagar-Mala- Infrastrukturprogramms der indischen Regierung, das in den nächsten fünf Jahren bis zu elf Milliarden Dollar für den Hafenausbau bereitstelle.
Container für Indien werden bislang zu einem Großteil über Colombo in Sri Lanka (48 Prozent), Singapur (22 Prozent) und Port Klang in Malaysia (10 Prozent) umgeschlagen und dann gefeedert. Das Hafenprojekt umfasst das Ausbaggern der Hafenzuwegung und die Rekultivierung von Flächen im Umland, den Bau von Wellenbrechern und ergänzend auch den Bau von multimodalen Hinterlandanbindungen. Durch die Transshipmentlösung sollen die Transportkosten für Im- und Exporte erheblich sinken, weil der „Umweg“ über Colombo entfällt. Über die Zeitachse bis zur Fertigstellung gab die indische Regierung keine Auskunft.
Für die Hafenverwaltung in Colombo sind die indischen Pläne ein Rückschlag. In den vergangenen Jahren hatte Sri Lanka ein umfangreiches Hafenentwicklungsprojekt für Colombo aufgelegt, um von der günstigen Lage am Asien-Europa-Seeweg zu profitieren. kk/pk


