Iran im Fokus der Schifffahrt

Im August soll die „CMA CGM Andromeda“ den südiranischen Hafen Shahid Rajaei anlaufen, Foto: Hasenpusch
Nach Abschluss des Atomabkommens rückt der Iran als maritimer Standort wieder ins Blickfeld der internationalen Handelsschifffahrt.
So will die französische Reederei CMA CGM den südiranischen Hafen Shahid Rajaei in ihre Asien-Europa-Rundreisen aufnehmen. Ebrahim Idani, Generaldirektor von Hormozgan Ports and Maritime Department, teilte jetzt mit, der 11.500-TEU-Carrier „CMA CGM Andromeda“ (IMO 9410727) werde im August erwartet. Der Hafen Shahid Rajaei liegt 23 Kilometer westlich von Bandar Abbas. Mit seinen 18 Brückenkranen zählt sein Containerterminal zu den modernsten im Iran. Es wird erwartet, dass auch andere große Linienreeder wie Maersk und COSCO in absehbarer Zeit iranische Häfen ansteuern werden.
Irans Präsident Hassan Rohani hat jetzt die EU nach der Atomeinigung zu einer engeren Zusammenarbeit aufgefordert. „Wir sollten uns weniger mit der Vergangenheit beschäftigen und mehr in die Zukunft blicken“, sagte Rohani während eines Treffens mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Teheran. Das Wiener Atomabkommen sei eine Gelegenheit für eine engere politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif kündigte an, nach der Einigung den Dialog auf höchster Ebene fortzusetzen. Der Iran und die fünf UN-Vetomächte plus Deutschland hatten am 14. Juli einen 13 Jahre langen Atomstreit vorerst beendet. Nach Aufhebung der Handelssanktionen gegen den Iran rechnen Marktbeobachter mit einer schnellen Ausweitung der Ölexporte aus dem asiatischen Land. Erste Tanker, die Öl in zuvor für den Iran gesperrte Raffineriehäfen bringen, sind schon unterwegs. Der Londoner Ölmarktanalyst John Chapell sieht in Kürze eine erhebliche Transportkapazität in den Tankermarkt kommen. In 37 VLCCs lagern nach seiner Einschätzung zudem 40 Millionen Barrel Rohöl (THB 24. Juli 2015). fab
