Kaum Bewegung bei kleineren Boxern
Für die Containerschiffs-Trampreeder ist die Marktentwicklung zuletzt enttäuschend verlaufen. Deutliche Verbesserungen bei den Charterraten erzielten bislang nur große Schiffe mit Kapazitäten von mehr als 5500 TEU. Für die kleineren Größenklassen mit der höchsten Anzahl von Charterschiffen dümpeln die Tagesraten deutlich unter Vorjahresniveau.
Der New ConTex, der vom Verband Hamburger und Bremer Schiffsmakler herausgegebene Gradmesser für den Chartermarkt in der Containerschifffahrt bis 4250 TEU, steht seit Wochen bei 402 Punkten und rangiert derzeit knapp 24 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. Die Raten liegen dabei zwischen rund 6000 und 9000 US-Dollar pro Tag. Die Kapitalkosten können damit bei Weitem nicht gedeckt werden.
Nachdem es im März und April noch etwas nach oben gegangen war und dann die Seitwärtsbewegung einsetzte, haben sich die Marktverhältnisse zuletzt sogar etwas eingetrübt. Die Zahl der kurzfristig verfügbaren Charterschiffe weltweit stieg binnen zwei Wochen um mehr als die Hälfte auf rund 40 Einheiten. Wegen der gebremsten Handelsentwicklung aufgrund vom Strafzöllen und der allgemeinen wirtschaftlichen Abschwächung chartern die großen Linien nicht so kräftig ein, wie es im Vorfeld der Peak Season zu erwarten gewesen wäre.
Lediglich die größeren Einheiten der Postpanamax-Klasse – vor allem solche mit 8000 bis 9000 TEU Kapazität – konnten sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessern. Die Raten für Laufzeiten von rund einem Jahr stiegen zuletzt auf rund 26.000 pro Tag an und liegen damit rund ein Viertel höher als vor einem Jahr. Diese Sonderentwicklung führen Schiffsmakler auf Bündelungseffekte zurück: Die Carrier legten zunehmend einzelne Dienste zusammen, die dann mit größeren Schiffen betrieben werden, heißt es. Ziel sei es, die Transportstückkosten zu senken und die aufgrund der Herabsetzung der Schwefelobergrenze für Schiffstreibstoffe ab 1. Januar 2020 zu erwartenden Kostensteigerungen beim Treibstoff abzufedern.
Indes konnten die Linienreedereien trotz der schlechteren Aussichten für den weltweiten Handel in der vergangenen Woche etwas höhere Frachtraten durchsetzen. So kletterte der Shanghai Index SCFI für Spotfracht ex Fernost am Freitag um 8 Prozent auf rund 782 Punkte. Ausschlaggebend dafür waren Ratenerhöhungen im Verkehr von Fernost zur US-Westküste sowie zur Ostküste Südamerikas. Auf der Route zur US-Westküste stieg die Index-Rate um 14 Prozent auf 1471 Dollar pro FEU, im Verkehr zur Ostküste Südamerikas sogar um 70 Prozent auf 1361 Dollar pro FEU. mph/ger