Maersk zurück in Gewinnzone

Foto: Hasenpusch, Der 337 Meter lange 10.100-TEU-Frachter „Maersk Gibraltar“ (IMO 9739692) entstand 2016
Møller-Maersk hat mit ihrer Gewinnprognose für 2019 die Anleger an der Börse enttäuscht.
Der operative Gewinn dürfte im laufenden Jahr nach neuer Rechnungslegung rund fünf Milliarden Dollar erreichen, teilte der dänische Konzern am Donnerstag in Kopenhagen mit. Auf vergleichbarer Basis wären das vier Milliarden Dollar – zwar etwas mehr als 2018, aber zu wenig für die Analysten, die deutlich mehr erwartet hatten. So geriet die Maersk-Aktie nach Bekanntgabe der Prognose in einen Abwärtsstrudel. Am Donnerstagvormittag verlor das Papier an der Börse in Kopenhagen zeitweise mehr als elf Prozent an Wert.
Im abgelaufenen Jahr steigerte der Konzern den Umsatz vor allem aufgrund der Übernahme der deutschen Reederei Hamburg Süd um 26 Prozent auf 39 Milliarden Dollar. Unterm Strich gelang Maersk die Rückkehr in die Gewinnzone. Der Überschuss lag bei 3,2 Milliarden Dollar. Im Jahr zuvor stand noch ein Defizit von knapp 1,2 Milliarden Dollar in den Büchern. Der operative Gewinn kletterte nach alter Rechnungslegung um knapp 8 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Die Gewinnprognose für 2019 liegt nach diesen Regeln bei vier Milliarden Dollar.
Die Aussichten für die Gesamtwirtschaft seien 2019 schlechter als im Vorjahr, führte Maersk-Chef Søren Skou aus. Zwar verbessere sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in der lange von Überkapazitäten und Insolvenzen gebeutelten Branche. Allerdings belasteten steigende Treibstoffpreise die Unternehmen. Skou sagte, er sehe keinen Grund, weshalb der Ölpreis fallen sollte.
Die Bruttoinvestitionen hielt Maersk 2018 knapp unter der Marke von drei Milliarden Dollar, weil ein Volumen von 100 Millionen in das laufende Jahr verschoben wurde. Für 2019 geht der Konzern von insgesamt 2,2 Milliarden Dollar an Bruttoinvestitionen aus. Bis Anfang kommenden Jahres seien weder die Bestellung eines großen Frachters noch ein großes Greenfield-Terminal-Projekt geplant.
Unterdessen trennt sich Maersk vom Ölfördergeschäft. Ab dem 4. April soll die Sparte Maersk Drilling als eigene Einheit an der Börse gelistet werden. Die Maersk-Aktionäre werden damit direkte Anteilseigner des Förderunternehmens.
Maersk-Konkurrent Hapag-Lloyd ist 2018 nach eigenen Angaben etwas stärker gewachsen als der Markt. Das Wachstum in der Containerschifffahrt insgesamt könne in diesem Jahr schwächer ausfallen (thb.info 13. Februar 2019). Die vorläufigen Geschäftszahlen für 2018 veröffentlicht Hapag-Lloyd am 25. Februar. fab/dpa
