Maritime Branche fürchtet Brexit

Der London Gateway von DP World: Viele Linien bedienen von hier aus weitere EU-Häfen, Foto: DP World London
Im Falle eines Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union erwartet die britische Schifffahrtsindustrie verheerende Folgen für ihre Branche. Tausende Arbeitsplätze könnten verloren gehen.
Am 23. Juni sollen die Briten in einem Referendum über den Verbleib beziehungsweise einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union (EU) entscheiden. Premierminister David Cameron hat angekündigt, dass das Ergebnis der Volksabstimmung für seine Regierung bindend sei. Mehrere Wirtschaftsverbände warnen in dem nun laufenden Wahlkampf eindringlich vor einem Austritt der Briten aus den europäischen Gemeinschaften. Jüngst hat sich nun auch die Schifffahrtskammer zu Wort gemeldet. „Alleine die dann notwendigen jahrelangen Verhandlungen über neue Handelsbeziehungen mit der EU und stärkere Währungsschwankungen zwischen Pfund und Euro werden den Schifffahrtssektor stark treffen“, sagte Guy Platten, der Geschäftsführer der Kammer. Der maritime Sektor trägt mit rund zehn Milliarden Pfund (12,5 Milliarden Euro) jährlich zur britischen Wirtschaftsleistung bei. 240.000 Beschäftigte in Häfen, Reedereien, Werften, im Schiffsmanagement und bei maritimen Versicherern wären von einem Austritt betroffen.
„Zusätzlich würden noch die wirtschaftlichen Unsicherheiten in der immer noch andauernden Schifffahrtskrise und die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft belastend wirken“, sagte Platten weiter. Die Kammer rechnet in diesem Fall mit Millioneneinbußen der Unternehmen. Zudem könnten Tausende Jobs wegfallen, wenn sich Unternehmen neu aufstellen müssten.
Der pessimistischen Sichtweise schließt sich auch John Nelson, Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe Lloyd’s of London an: „Es ist absurd zu glauben, Austrittsverhandlungen würden leicht werden. Das wird die ganze Branche erschüttern.“ pk