Mega-Fusion unter ungleichen Partnern

COSCO und China Shipping steuern im Vorfeld einer möglichen Fusion wirtschaftlich in unterschiedliche Richtungen, Foto: Hasenpusch
Die beiden potenziellen Fusionspartner COSCO und China Shipping (CSCL) haben sich im ersten Halbjahr 2015 unterschiedlich entwickelt.
Während COSCO mit einem Nettogewinn von 398 Millionen Dollar in die schwarzen Zahlen zurückkehrte, meldete CSCL Ende vergangener Woche für die ersten sechs Monate 2015 einen Gewinnrückgang von 69,2 Millionen auf 1,7 Millionen Dollar.
Dass COSCO nach einem Verlust von 261 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr 2014 jetzt relativ gut dasteht, ist vor allem auf auf staatliche Hilfsgelder in Höhe von rund 600 Millionen Dollar zurückzuführen. An der insgesamt angespannten Situation hat sich für den chinesischen Reedereikonzern also nichts geändert.
Der Umsatz von COSCO ging im Berichtszeitraum von 5,1 Milliarden auf 4,7 Milliarden Dollar zurück. Im Containergeschäft steigerte COSCO das transportierte Volumen um knapp sieben Prozent auf 4,8 Millionen TEU. So legten die Einnahmen in der Containersparte zu, während sich das Bulker-Geschäft rückläufig entwickelte. Neben der staatlichen Unterstützung waren es auch die niedrigeren Bunkerkosten, von denen das Unternehmen profitierte.
Bei CSCL brach der Reingewinn im ersten Halbjahr um 97 Prozent ein. Chinas zweitgrößte Reederei macht dafür neben der „trägen Entwicklung der Containerschifffahrt“ vor allem die niedrigen Frachtraten auf den Routen zwischen Asien und Europa verantwortlich – und auch das schwache Wachstum in der Eurozone, hieß es von Unternehmensseite, ohne dabei auf die aktuelle Entwicklung in China einzugehen.
Unterdessen verdichten sich die Anzeichen für einen Zusammenschluss von CSCL und COSCO. Der Handel mit den Papieren beider Unternehmen wurde am 10. August 2015 ausgesetzt, nachdem infolge der aufkommenden Gerüchte die Kurse beider Werte um knapp 30 Prozent gestiegen waren. Die chinesische Zentralregierung soll bereits Manager beider Konzerne beauftragt haben, einen Merger-Plan auszuarbeiten. Mit CSCL und COSCO würden sich, gemessen an der vorhandenen TEU-Kapazität, der sechst- und der siebtgrößte Liner zusammentun. Die beiden Unternehmen gehören unterschiedlichen Allianzen an. COSCO ist Mitglied der CKYHE, CSCL der Ocean Three. fab/bre
