New York will Nummer 1 werden

Die Häfen von New York und New Jersey haben jetzt ein Zukunftskonzept für die kommenden drei Jahrzehnte vorgestellt.

Für das vergangene Jahr konnte die Hafenverwaltung ein Umschlagvolumen von 6,4 Millionen TEU melden. Zur Port Authority in New York gehören die beiden Häfen in New York und New Jersey, mit Terminals in Port Newark, Port Elizabeth, Port Jersey, Howland Hook und Brooklyn. Damit kamen die beiden Ostküstenhäfen auf den dritten Platz hinter den Westküstenhäfen in Long Beach und Los Angeles, die zusammen rund 15,4 Millionen TEU umgeschlagen haben.

Innerhalb der nächsten 30 Jahre wollen die Ostküstenhäfen nun zum wichtigsten Seehafen der USA werden. Molly Campbell, Vorstandssprecherin der Port Authority, kündigte im „Wall Street Journal“ an, dass dazu vor allem die Infrastruktur ausgebaut und neue Terminalkapazitäten geschaffen werden sollen. In einem ersten Schritt würden derzeit schon die Liegeplätze vertieft, so dass die neue 13.000-TEU-Panamax-Klasse die Häfen in New York und New Jersey ohne Einschränkung anlaufen könne.

Kritik an den Plänen kam von der International Long shore Union, einer der einflussreichen Gewerkschaften in den Ostküstenhäfen. Ein Sprecher wehrte sich gegen die von Campbell ebenfalls angedeutete 24-Stunden-Abfertigung an den Kaikanten. Bisher liegt die Öffnungs- und Abfertigungszeit bei 50 Stunden in der Woche. Zweifel meldeten auch Wirtschaftsverbände an. Ted Henley vom American Institute for Economic Research in Great Barrington im US-Bundesstaat Massachusetts sagte, dass rund drei Viertel der „aus Asien stammenden US-Importe über die Westküste laufen. Da China der große Player im Handel des 21. Jahrhunderts ist, wird es sehr ambitioniert, der wichtigen Stellung der Westküstenhäfen den Rang abzulaufen“.

Die Ausbaupläne von New York und New Jersey fallen in eine Zeit, in der in den USA im Zuge einer neuen maritimen Strategie über den Ausbau und die Bedeutung der Häfen insgesamt diskutiert wird. Ein kürzlich aufgelegtes Investitionsprogramm in Höhe von 500 Millionen US-Dollar sieht nur rund neun Prozent dieser Summe für die Häfen vor. pk

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