„Optimale Flottengröße“

Ottmar Gast, Foto: Arndt
Zwar ist für Hamburg-Süd-Chef Dr. Ottmar Gast „Größe nicht alles“. Doch er räumt ein, dass in der Weltcontainerschifffahrt der Trend zu immer größeren Containerfrachtern ungebrochen ist.
Nötig werde dieser Schritt für viele Reeder – so seine Erklärung – durch den Zwang zur Senkung der Stückkosten. Für Hamburg Süd sind Frachter mit Stellplatzkapazitäten jenseits 15.000 TEU derzeit zwar kein Thema. Auch deshalb nicht, weil die bisherigen Stammfahrtgebiete in Südamerika das hafenseitig gar nicht hergeben. Hier habe die Reederei mit den Frachtern der „Cap-San“-Klasse und Zuladekapazitäten von bis zu 9600 TEU derzeit das für Südamerika Optimale in Fahrt.
Je nachdem, wie sich das für Hamburg Süd neue Geschäft auf der Ost-West-Achse entwickeln wird, wollte Gast „langfristig“ die Anschaffung noch größerer Containerfrachter jedoch nicht ausschließen. Mit Stichtag 31. Dezember 2014 umfasste die Flotte der Hamburg-Süd-Gruppe 168 Schiffe. Darunter waren 46 gruppeneigene Frachter. 112 Schiffe wurden in den Liniendiensten und 56 ausschließlich gecharterte Schiffe im Trampbereich, darunter auch Produktentanker, eingesetzt.
Wie schon im Vorjahr wurde die Flotte um weitere Schiffe der „Cap-San“-Baureihe mit einer Kapazität von je 9600 TEU erweitert. Zusätzliche Schiffe der „San“-Klasse mit 9000 TEU und ebenfalls einem hohen Anteil an Stellplätzen für Kühlcontainer kamen hinzu. Gast: „Insgesamt sind nun 13 Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von mindestens 9000 TEU im Einsatz.“ Sie sind mit ihrer großen Reefer-Kapazität hauptsächlich zwischen Asien beziehungsweise Europa und der Ostküste Südamerikas im Einsatz.
Für 2015 erwartet die Reederei die Ablieferung von weiteren drei „Cap-San“-Neubauten. Sie entstehen bei Dae woo in Südkorea.
Die Kabotage-Flotte der Tochter Aliança wurde 2014 um zwei moderne 4800-TEU-Wide-Beam-Schiffe erweitert. Fünf ältere und kleinere Einheiten wurden verkauft. Der Containerbestand stieg auf 468.000 Boxen. EHA
