Raten für Capesizer im Aufschwung

Am Trockenfrachtmarkt haben sich die Großbulker in der vergangenen Woche deutlich verbessern können. Die Durchschnittsrate der Capesize-Einheiten (180.000 tdw) im Zeitcharter-Trip-Geschäft kletterte gegenüber der Vorwoche um rund 30 Prozent auf 11.182 US-Dollar pro Tag. Zwischenzeitlich lag das Ratenniveau sogar über 12.000 Dollar pro Tag, doch zum Ende der Woche verlor der Markt etwas an Schwung.

Erstmals seit Monaten liegen die Einkünfte im Spotgeschäft wieder im fünfstelligen Bereich. Ende Januar hatte es einen Einbruch gegeben, nachdem ein Staudamm des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale gebrochen und die Eisenerzverladungen ex Brasilien gesunken waren. Dass es bei den Raten jetzt wieder einen Schwung nach oben gab, liegt wohl in erster Linie an der saisonalen Belebung der Eisenerzexporte Australiens. Vor allem in der ersten Wochenhälfte hatten Schiffsmakler verstärkt Frachtabschlüsse für die Route von Westaustralien nach China gemeldet. Für Optimismus sorgten auch erneute Abschlüsse von Chartern mit längerer Laufzeit zu 17.000 Dollar pro Tag – also weit über Spotniveau. In den übrigen Bulkersegmenten war die Tendenz dafür eher seitwärts bis schwächer. Makler führen das darauf zurück, dass die Befrachtungsaktivität durch die verkürzte Arbeitswoche infolge des Maifeiertags gedämpft worden sei. Panamaxe (82.000 tdw) und Handysize-Frachter (38.000 tdw) konnten sich leicht verbessern auf durchschnittlich rund 11.100 und 7800 Dollar pro Tag. Für die Supramaxe (58.000 tdw) ging es um 3,5 Prozent auf rund 8400 Dollar pro Tag herunter.

Die Lage am Containermarkt war ebenfalls durchwachsen. Laut dem World Container Index (WCI) der Beratungsfirma Drewry zog die durchschnittliche Spotrate für die Relation Shanghai-Rotterdam infolge allgemeiner Ratenanhebungen um 11 Prozent auf 1464 Dollar pro FEU an. Im westgehenden Transatlantikverkehr (Rotterdam–New York) gab es ebenfalls einen leichten Anstieg um 2 Prozent auf 2339 Dollar pro FEU. Der am Sonntag veröffentlichte Ratenspiegel der Online-Frachtenbörse Freightos und der Baltic Exchange wiesen hingegen teilweise erhebliche Rückgänge auf. Demnach verschlechterte sich das Spotfrachtniveau im Verkehr von Fernost zu den Mittelmeerhäfen um mehr als 7 Prozent auf 1597 Dollar pro FEU. Auf der Route von Nordeuropa zur Ostküste Südamerikas verzeichnete Freightos sogar einen Einbruch um 17,5 Prozent auf 941 Dollar pro FEU.

Im europäischen Shortsea-Geschäft für Bulk und Breakbulk hielt die leicht fallende Ratentendenz an. Der European Short Sea Index des Branchendienstes BMTI gab weiter um 1,6 Prozent nach. Wegen des Feiertags sei die Befrachtungsaktivität kaum in Gang gekommen, berichteten Makler. Da diese Woche auch wieder mit einem Feiertag in Großbritannien und Irland begonnen hat, sei nicht mit einer raschen Belebung zu rechnen, heißt es. mph/jpn/ger

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