„Siem Aimery“ auf Überführungsfahrt

Eisklasse und DP2: Die „Siem Aimery“ kann unter schwierigen Bedingungen operieren (Foto: Hasenpusch)
Die in Polen vom Stapel gelaufene „Siem Aimery“ (IMO 9694737) passierte auf ihrer Überführungsfahrt jetzt den Nord-Ostsee-Kanal.
Der rot-weiße Anstrich und das yachtähnliche Design machten den Neubau auf der deutschen Schifffahrtsstraße zum besonderen Blickfang. In Zukunft wird der Offshore-Versorger auf hoher See zu sehen sein, unter anderem beim Windpark „Nordsee One“ vor der Insel Juist. Die in Danzig fertiggestellte 95-Meter-Einheit zählt zur Flotte von „Siem Offshore“. Aktuell betreibt die skandinavische Reederei 51 Schiffe, von denen sich noch sechs im Bau befinden. Die „Siem Aimery“ gehört zu den „Cable Lay Vessels“ (CLV). Auf dem unter norwegischer Flagge fahrenden Schiff finden bis zu 60 Personen und 4250 Tonnen Material Platz. Während der Verlegung der Kabel auf See, muss das Spezialschiff konstant den richtigen Kurs halten. Da die ungleiche Beschaffenheit des Meeresgrunds bei den Vorgängen eine zentrale Rolle spielt, operieren CLVs generell mit geringer Geschwindigkeit. Deshalb, und um möglichst präzise verlegen zu können, wurde auf dem skandinavischen Schiff das System „Dynamic Positioning 2“ installiert. Dadurch ist der Neubau in der Lage, Umweltkräften wie Strömung, Wind oder Seegang besser zu trotzen. Die eingebaute Manövrieranlage ist dementsprechend umfangreich – insbesondere im Vorschiff. Zusätzlich wurde das Deckshaus mittig positioniert, wovon auch die Besatzung profitiert – schließlich sind dort die Auswirkungen durch Seegang am geringsten. Des Weiteren erhielt der mit 4900 BRZ vermessene Neubau Eisklasse und eine Rumpfform, die das Brechen der Schollen vereinfacht. flu