Türkei liefert immer mehr Neubauten

Die SMM Istanbul dient als Wegbereiter für Schiffbauzulieferer in die Märkte des Ostens, Foto: HMI
Das Ziel ist ambitioniert: Innerhalb der nächsten zehn Jahre will die maritime Industrie der Türkei zu Europas größtem Schiffsexporteur werden. Gelingen soll dies vor allem durch ein breites Portfolio. Dazu gehören der Offshore-Sektor, Behörden- und Marineschiffe, Megayachten, Schiffsreparatur und Schiffsrecycling.
Ein Katalysator für dieses Entwicklungsziel ist die türkische Energie- und Wirtschaftspolitik. Sie hat die Förderung und den Ausbau von erneuerbaren Energien auf die Agenda gesetzt. Damit bieten sich auch neue Chancen für den Bau von Spezialschiffen wie Schwerlasthubschiffen und Plattform-Versorgern.
Für die maritime Wirtschaft gewinnen auch Schiffbauprojekte für die türkische Marine und die Küstenwache an Bedeutung. Bis vor kurzem orderte die türkische Marine ihre Schiffe im Ausland. Heute werden sie von heimischen Werften gebaut, einige davon sind bereits in den Export gegangen. Laut IHS „World Shipbuilding Statistics“ standen Mitte dieses Jahres 147 Schiffe mit insgesamt 346.000 BRZ im Orderbuch türkischer Werften – nach Anzahl der Schiffe steht die Türkei damit auf Platz 7 im Weltschiffbaumarkt. „Bis zum Jahr 2023 wollen wir Schiffe im Wert von zehn Milliarden Dollar exportieren, sagte jetzt Murat Kiran, Präsident des türkischen Verbandes der Schiffbauindustrie GISBIR.
Auch Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, verweist auf das enorme Potenzial der Türkei: „Die Schiffbauprojekte, die heute in türkischen Werften realisiert werden, stellen für die internationale maritime Indus trie ein vitales Markt umfeld dar.“
In Istanbul haben die größten Reedereien des Landes ihren Sitz, die zusammen 60 Prozent der türkischen Flotte ausmachen. Dazu kommen zahlreiche Werften, Zuliefererbetriebe und Häfen als weitere wichtige Akteure im maritimen Markt.
Die maritime Wirtschaft von West und Ost verbinden – das ist das Ziel der SMM Istanbul. Die Vorbereitungen für die vierte Auflage der Auslandstochter der Leitmesse SMM laufen bereits. Die zweitägige internationale Konferenz mit begleitender Fachmesse beginnt am 24. Februar 2016. Sie gilt als wichtiger Treffpunkt der türkischen maritimen Indus trie und dient als Wegbereiter für die internationale Schiffbauzulieferindustrie in die Märkte des Ostens.
Die komplexer werdenden Schiffbauprojekte der Türkei und des Irans beispielsweise erfordern einen engen Austausch mit den internationalen Technologieanbietern. So ist gerade bei der Einführung von Innovationen die fachliche Begleitung des Herstellers wichtig, um Vertrauen in Technologien und Servicequalität aufzubauen. Diesen direkten Kundenkontakt herzustellen und zu vertiefen ist für viele internationale Herstellerfirmen eine große Herausforderung. Die SMM Istanbul setzt an diesem Punkt an. Sie will viel Raum für intensiven Austausch und Know-how-Transfer bieten. Internationale Experten reflektieren die Chancen, Potenziale und aktuellen Trends der maritimen Wirtschaft in dieser Region.
Die nächste SMM Hamburg ist für den 6. bis 9. September 2016 terminiert. fab
