Von Kiel aus ins Nordmeer

Die „Akademik Tryoshnikov“ soll im Nordmeer auch Explorationsaufgaben übernehmen, Foto: Behling
Das russische Polarforschungsschiff „Akademik Tryoshnikov“ hat von Kiel aus seine Reise ins Nordmeer begonnen.
Das 133 Meter lange Spezialschiff wird während des Sommers im Eis der Karasee und der Laptevsee operieren. Die 2012 in Dienst gestellte „Akademik Tryoshnikov“ ist das Flaggschiff der russischen Polar-Forschungsflotte.
In Kiel hat das Schiff seine Ausrüstung für die Sommerexpeditionen im Eismeer ergänzt. Beladen mit Proviant, Fahrzeugen und Forschungsgerät verließ das als Eisbrecher konzipierte Spezialschiff Ende vergangener Woche den Kieler Hafen mit Ziel Arkhangelsk. Die „Akademik Tryoshnikov“ dient dabei nicht nur der Wissenschaft. Ein Teil der Fahrten erfolgt auch im Auftrag des russischen Ölkonzerns Rosneft, der sich damit weitere Daten für die Erschließung der Gewässer rund um den Nordpol erhofft.
Im vergangenen Jahr hatte das Schiff entlang der Eisgrenze von der Karasee aus an der sibirischen Küste drei Wetterstationen und 16 große Messbojen ausgesetzt, die Daten über die Drift des Eises und die Strömungen entlang der sibirischen Küste liefern.
Umstrittene Lizenzen
Rosneft hält Angaben zufolge mittlerweile 46 Lizenzen zur Öl- und Gasförderung in der Arktis. Die für diesen Sommer geplanten ersten Ölbohrungen in der Karasee musste Rosneft aber im Januar absagen. Grund: Die Lieferung der erforderlichen Bohrgeräte aus dem Westen wurde aufgrund der Sanktionen der EU nach der Besetzung der Krim und der Kämpfe in der Ostukraine ausgesetzt. FB/pk
