39 weitere Infektionen auf Kreuzfahrtschiff
An Bord des unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ (IMO 9228198) im japanischen Yokohama ist bei weiteren 39 Menschen eine Ansteckung mit dem Coronavirus festgestellt worden.
Wie das japanische Gesundheitsministerium am Mittwoch bekanntgab, zeigten vier Personen ernste Symp tome. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord auf 174. Die übrigen der rund 3600 Passagiere und Crew-Mitglieder sollen mindestens noch bis zum 19. Februar auf dem Schiff bleiben. Von den zehn deutschen Staatsangehörigen an Bord ist nach Angaben der deutschen Botschaft bisher keiner infiziert.
Pharmaexperten warnen derweil davor, dass Produktionsausfälle in China zu Antibiotika-Engpässen in Deutschland führen könnten. Da die Herstellung von Wirkstoffen in der stark betroffenen Provinz Hubei stillstehe, schwänden die Lagervorräte für die Weiterverarbeitung, sagte Morris Hosseini, Pharmaexperte bei der Beratungsgesellschaft Roland Berger. Erschwerend komme dazu, dass mit dem chinesischen Neujahrsfest die Produktion ohnehin ruhte. Kurzfristig reichten die Bestände noch aus, doch bei einem längerfristigen Stopp in den chinesischen Werken drohten Lieferengpässe. Weltweit sei die Pharmabranche in der Wirkstoffproduktion abhängig von China. „Wenn sich die Situation in den chinesischen Produktionsstätten mittelfristig nicht entspannt, wird sich die Lage in Europa zuspitzen“, so Hosseini.
Nach Ansicht der US-Notenbank könnte das Coronavirus „zu Störungen in China führen, die sich auf den Rest der globalen Wirtschaft auswirken“. Das sagte Notenbankchef Jerome Powell am Dienstag vor Abgeordneten im Repräsentantenhaus.
Das Virus hat inzwischen den Namen Sars-CoV-2 erhalten, die von ihm verursachte Krankheit heißt nun Covid-19 (abgeleitet von COrona VIrus Disease). bek/dpa
