„AIDAprima“ fährt im Ganzjahresbetrieb

Die „AIDAprima“ wird am 7. Mai im Rahmen des Hamburger Hafengeburtstags getauft, Foto: AIDA Cruises
Eigentlich hätte die „AIDAprima“ bereits im Sommer 2015 zwischen Hamburg und Le Havre verkehren sollen.
Doch das Neubauprojekt, erstmals an eine japanische Werft vergeben, stand unter keinem guten Stern. Die Werft Mitsubishi hat viel Lehrgeld mit zwei Schiffen für AIDA Cruises bezahlt, und die Bauzeit der „AIDAprima“ verlängerte sich um mehr als ein Jahr auf zwei Jahre und acht Monate. Am Donnerstagmorgen traf der Luxusliner nun erstmals in Hamburg ein.
Rund 11.000 Seemeilen Überführungsfahrt liegen hinter der „AIDAprima“ von Japan nach Europa. Auf der Schlussetappe fuhren rund 2000 Vertreter von Reisebüros und Partner der Reederei AIDA Cruises mit, um so das Schiff kennenzulernen. Vor dem Anlauf in Hamburg hatte das Schiff in Rotterdam festgemacht, begrüßt von AIDA-Präsident Felix Eichhorn.
Die „AIDAprima“ wird am 30. April mit siebentägigen Reisen in Hamburg starten und danach jeden Sonnabend von der Elbe aus zu Reisen nach Southampton, Le Havre, Zeebrugge und Rotterdam auslaufen. Insgesamt 39-mal wird das Schiff dann in dieser Saison in die Hansestadt kommen. Mit dem für 3000 Passagiere ausgelegten Neubau will AIDA diese Route ganzjährig befahren. Die Führung des Neubaus liegt in der Hand von Kapitän Deltlef Harms. Die „AIDAprima“ soll neue Akzente im deutschen Reisemarkt setzen. Sie wird als erstes Kreuzfahrtschiff im Sommer und im Winter auf der Nordsee und im Englischen Kanal eingesetzt.
Für diese Aufgabe verfügt das Schiff über viele überdachte Bereiche. Dazu gehören der „Beach Club“ und die Sportlandschaft „Four Elements“. Beide umfassen mehrere tausend Quadratmeter und sind mit einem Foliendom überspannt. Tropische Regenfälle, Lasershows und eine neuartige Akustik vermitteln dort eine echte Regenwaldatmosphäre. Die „AIDAprima“ hat aber auch zahlreiche weitere Innovationen zu bieten, die bei den zehn anderen Schiffen der Reederei bislang nicht an Bord waren. So kann beispielsweise der Sportplatz wahlweise als Fußballarena oder Eisbahn genutzt werden.
Neuerungen gibt es aber auch im schiffstechnischen Bereich. So hat die Werft ein Blasenschleier-System entwickelt. Mit der sogenannten Mals-Technik werden durch Düsen im Schiffsboden Luftblasen ausgestoßen. Der dadurch entstehende Schleier sorgt dafür, dass sich der Wasserwiderstand unter dem Rumpf verringert. „Das bringt eine Treibstoff ersparnis von fünf bis sechs Prozent“, sagt Chef-Ingenieur Eckbert Schuster. Der 58 Jahre alte Rostocker hat den Bau in Nagasaki überwacht. Er ist stolz auf sein Schiff. „Die Technik ist auf dem neuesten Stand, den es heute in der Seefahrt gibt.“ Besonders begeistert ist der Ingenieur von den vier MaK-Hauptmaschinen von Caterpillar. Darunter ist auch erstmals ein Motor vom Typ M46C, der wahlweise mit Dieselöl oder Flüssigerdgas betrieben werden kann. Dieser wurde in Kiel entworfen und ist der erste seiner Art in einem Kreuzfahrtschiff.
Aufgrund der noch fehlenden Genehmigungen und behördlicher Auflagen darf dieser Motor vorerst aber nur im Hafen mit einer Treibstoffversorgung von einem Tankcontainer aus betrieben werden. Wie AIDA Cruises mitteilte, seien die Vorbereitungen und Genehmigungsverfahren dazu in den relevanten Häfen aber in vollem Gange.
Die Reederei setzt in Zukunft auf den Antrieb mit LNG, da dadurch die Emissionen deutlich reduziert werden können. In Japan hat der Testlauf mit dem neuen Motor bereits die Erwartungen erfüllt. FB/EHA/bre
