„Berlin“ machte erstmals an Seebäderkaje fest

Die „Berlin“ wird zum kommenden Jahreswechsel im Roten Meer unterwegs sein, Foto: Berlin
Der Dreifachanlauf der Phoenix-Kreuzfahrtschiffe „Albatros“, „Amadea“ und „Artania“ mit mehr als 5000 Passagieren sorgte in der vergangenen Woche für eine Neuerung bei der Passagierabfertigung in Bremerhaven.
So legte das Kreuzfahrtschiff „Berlin“ des Veranstalters FTI Cruises statt an der vollen Columbuskaje erstmals an der Seebäderkaje in direkter Innenstadtnähe an. Rund 400 Gäste gingen hier morgens von Bord, ehe die „Berlin“ am Abend wieder zu einer Reise rund um Westeuropa startete.
Aufgrund der internationalen Sicherheitsbestimmungen musste die Seebäderkaje für die Abfertigung der „Berlin“-Gäste und -Gepäckstücke weitläufig mit einem Zaun abgesperrt werden. Zusätzlich wurde in einem Abfertigungszelt eine Röntgenanlage aufgestellt. Für die Übernahme von rund 50 Tonnen Proviant und der Gepäckstücke stand ein Autokran auf der Kaje bereit.
Nach der Abfertigung der ehemaligen „Columbus“ von Hapag-Lloyd (heute „Hamburg“ bei Plantours) war dies erst der zweite Anlauf eines Kreuzfahrtschiffes an der Seebäderkaje, teile CCCB-Geschäftsführer Veit Hürdler dem THB mit. Dies wird wohl auch die Ausnahme bleiben, da an diesem Liegeplatz direkt im Weserstrom sonst nur kleinere Schiffe bis zu einer Länge von rund 140 Metern und mit einem Tiefgang von maximal sechs Metern anlegen.
Die „Berlin“ beendet in Bremerhaven als einzigem deutschen Anlaufhafen ihre Sommersaison im Nordland, um nun wärmere Regionen anzusteuern. So wird der Cruiser zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 als einziges Kreuzfahrtschiff im Roten Meer fest stationiert. Auf den sieben jeweils einwöchigen Fahrten legt er dabei in den Häfen von Safaga, Aqaba, Sharm El Sheikh, Suez und Hurghada an. FTI-Cruises-Geschäftsführer Alexander Gessl betont: „Ich freue mich, dass wir auch in diesem Winter die ‚Berlin‘ im Roten Meer im Einsatz haben werden. Dank der zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten und der Sonnengarantie ist die Region ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrtgäste.“
Das als „Traumschiff“ aus der gleichnamigen ZDF-Fernsehserie bekannte Kreuzfahrtschiff wurde 1980 als „Berlin“ bei HDW in Kiel für die Reederei Deilmann gebaut und fuhr von 1982 bis 1985 zunächst als „Princess Mashuri“. Auf der Rendsburger Nobiskrug-Werft wurde das seinerzeit unter deutscher Flagge fahrende Schiff dann um 16,8 Meter auf 139,3 Meter verlängert. Anschließend verfügte die „Berlin“ über 210 Kabinen für 420 Passagiere. Ende 2004 wurde die „Berlin“ dann in Genua aufgelegt und im Frühjahr 2005 an den britischen Kreuzfahrtveranstalter Saga Cruises verkauft. Für eine Saison in europäischen Gewässern wurde der Kreuzfahrer dann an den russischen Anbieter Metropolis Tur als „Orange Melody“ verchartert. Nach einem Umbau, bei dem die Kapazität durch den Umbau mehrerer Doppelkabinen zu Einzelkabinen von 420 Passagieren auf 352 Gäste reduziert wurde, verkehrte das Schiff dann als „Spirit of Adventure“ für Saga Cruises. Nach weiteren Umbauten sind an Bord mittlerweile kaum noch Originalelemente aus der „Traumschiff“-Zeit zu erkennen. Das Innendesign ist inzwischen schlichter und moderner geworden, die ehemaligen Vorhänge, der Plüsch und die Goldverzierungen sind komplett verschwunden.
Auf ihren Touren spielt die relativ kleine „Berlin“ vielfach ihren entsprechenden Vorteil aus. So kann das Schiff, das von V. Ships Leisure gemanagt wird, durch den schmalen Kanal von Korinth fahren und bei einem Aufenthalt in London direkt neben der Tower Bridge anlegen. CE/bre/fab
