Berufungsverfahren beginnt

Der Berufungsprozess gegen Francesco Schettino, Kapitän der gesunkenen „Costa Concordia“ (IMO 9320544), hat am Donnerstag in Florenz begonnen. Der 55-jährige war im Februar letzten Jahres wegen fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden (THB 13. Februar 2015). Er ist nach Ansicht des Gerichts für den Tod von 32 Menschen verantwortlich. Die Opfer hätte es nicht gegeben, wenn Schettino das Rettungsmanöver „mit Sachverstand und Sorgfalt“ ausgeführt hätte, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Kapitän hatte sofort Berufung beantragt, Monate später folgte dann auch die italienische Staatsanwaltschaft (THB 22. September 2015). Sie hatte ursprünglich eine Haftstrafe von 26 Jahren und drei Monaten gefordert. Schettinos Anwälte plädieren voraussichtlich auch in zweiter Instanz auf Freispruch.

Schettino ist nach wie vor auf freiem Fuß und erschien nicht zum Prozessauftakt. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge steht er in engem Kontakt zu seinen Anwälten.

Das 291 Meter lange und 62 Meter breite Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ war im Januar 2012 vor der Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen aufgelaufen und gekentert. Rund neuneinhalb Monate lang wurde der 2006 abgelieferte Cruise-Liner dann um mehr als 5700 Tonnen Material – vor allem Möbel und technische Ausrüstung – geleichtert. Im Schlepp trat die ausgehöhlte „Costa Concordia“ dann ihre letzte Reise zum Abwracken in das italienische Prà-Voltri-Dock an (THB 11. Mai 2015). ger/dpa

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