Blockade kostet richtig Bunker

Die Blockade des Kreuzfahrtschiffs „Zuiderdam“ der Reederei HAL (Holland America Line) in Kiel am Pfingstsonntag könnte ein kostspieliges Nachspiel haben.

Wie zu vernehmen ist, erwägt die von der in dieser Form in einem deutschen Hafen bislang einmaligen Aktion überraschte Reederei, die Zusatzkosten wieder reinzuholen. Denn damit der Luxusliner seinen eng getakteten Fahrplan einigermaßen einhalten konnte, musste die 291 Meter lange und 32 Meter breite „Zuiderdam“ das tun, was man in der Schifffahrt mit dem Satz umschreibt: „Alle Hebel auf die Back.“ Also: Full speed. Und das kostet jede Menge Brennstoff. Es galt für die Schiffsführung, den ebenfalls stark wachsenden Hafen Kopenhagen zu erreichen. Der Hafen der dänischen Hauptstadt wird gerade von Passagieren aus Übersee auch gerne Drehkreuz für eine anschließende Flugreise genutzt. Der Flughafen befindet sich nur wenige Kilometer von den verschiedenen Cruise-Terminals in der dänischen Metropole.

Insgesamt verlor die „Zuiderdam“ durch die von rund 50 Umweltaktivisten in Kiel gewaltsam herbeigeführte Blockade über sechs Stunden Zeit.

Die Demonstranten hatten zwei Stunden vor dem geplanten Ablegen des Kreuzfahrtschiffes mit ihrer Aktion begonnen. Sie kreuzten dabei mit kleinen Booten vor dem Bug des Schiffes und hielten es so auf. Fünf Aktivisten besetzten darüber hinaus am eigentlich ISPS-gesicherten Ostseekai einen Kran, zwei von ihnen wollten diesen nicht verlassen und mussten abgeseilt werden. 46 Aktivisten seien von der Polizei in Gewahrsam genommen worden, hieß es später. Gegen sie wurden Strafverfahren wegen des Verdachts der Nötigung, des Widerstandes und des Hausfriedensbruchs eingeleitet.

Die bis dahin wenig bekannte Aktivistengruppe „Smash Cruiseshit“ erklärte, sie wolle mit der Aktion den Schadstoffausstoß des Luxusliners „Zuiderdam“ unterbrechen und unter anderem auf die Arbeitsbedingungen an Bord aufmerksam machen. Zudem trügen Kreuzfahrtschiffe und die von ihnen emittierten Abgase auch zur Erhitzung des Planeten bei. Rußpartikel seien auch in arktischen Regionen nachzuweisen, so die Aktivisten weiter. EHA/dpa

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