Cruise macht Bremerhaven froh

Hingucker: Die am 11. April abgelieferte „Spectrum of the Seas“ bietet 4246 Passagieren Platz, Foto: Christian Eckardt
Der Kreuzfahrt-Boom hat Unternehmen in Bremerhaven im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 15 Millionen Euro in die Kassen gespült.
Allein die mehr als 230.000 Passagiere, die in der Seestadt an oder von Bord gingen, gaben rund sechs Millionen Euro aus, wie das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) in einer am Montagabend veröffentlichten Studie schrieb. In Auftrag gegeben wurde die Studie vom Hafenbetreiber Bremenports, der Handelskammer Bremen und der Stadt Bremerhaven.
Die Passagiere gaben ihr Geld für Übernachtungen, Restaurantbesuche oder Einkäufe aus. Zum errechneten Gesamtumsatz wurden auch Ausgaben der Reedereien sowie die von anderen Gästen gezählt. Der Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven sei inzwischen zu einer eigenen Attraktion geworden, hieß es in der Studie.
Angesichts des anhaltenden Wachstums der Kreuzfahrtbranche erwartet das Columbus Cruise Center Bremerhaven (CCCB) für 2019 mit 260.000 Passagieren einen Rekord. Die Verfasser der Studie warnen davor, dass angesichts der steigenden Passagierzahlen der Terminal schon bald an seine Grenzen stoßen werde. Sie raten dazu, die Flächen für den Check-in, die Gepäckausgabe und den Wartebereich sowie den Parkplatz zu vergrößern. Bereits heute sei bei den Anläufen von Schiffen mit Kapazitäten für mehr als 2500 Passagiere keine gleichzeitige Abfertigung von kleinen Schiffen mehr möglich, so das ISL. Hinzu kämen straßenseitige Verkehrsengpässe am Terminal.
„Die Studie gibt die klare Empfehlung, die bestehende Terminalstruktur deutlich zu verbessern“, sagte Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. „Dies bestätigt unsere Planungen, mit einem neuen Multifunktionsbau die Bedingungen für das CCCB weiter zu verbessern und zugleich die Columbus-Halbinsel konzeptionell weiterzuentwickeln.“ Damit Bremerhaven künftig noch mehr vom Kreuzfahrttourismus profitieren kann, müsse weiteres Wachstum sichergestellt werden, bekräftigte Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen. Hierfür sei ein Kapazitätsausbau des Terminals unausweichlich.
Die vorliegende Studie sei eine solide Grundlage, auf deren Basis der wachsende Kreuzfahrtmarkt für Bremerhaven nutzbar gemacht werden könne, ergänzte Oberbürgermeister Melf Grantz. „Diese Chancen sollten wir ergreifen.“ lni/bek
