Havarie verschiebt Kiels Cruise-Start

„Viking Sky“ sollte am Sonntag die Kreuzfahrtsaison eröffnen, Foto: Behling
Nach der Havarie der „Viking Sky“ vor der Westküste Norwegens hat die Reederei Viking Cruises die nächste Kreuzfahrt des Schiffes abgesagt. Die Reise „Scandinavia & the Kiel Canal“ sollte ursprünglich am morgigen Mittwoch in Amsterdam beginnen. Folglich macht der mittlerweile in Molde liegende Cruiser am Donnerstag auch nicht in Hamburg Station und wird am Sonntag nicht die diesjährige Kreuzfahrtsaison in Kiel eröffnen. „Die Saison beginnt nun am 7. April mit der ,Aida Cara‘“, bestätigte Hafensprecher Ulf Jahnke dem THB.
Die Polizei in Norwegen hat nach der glimpflich ausgegangenen Havarie inzwischen Untersuchungen eingeleitet. Auch MAN, Hersteller der auf der „Viking Sky“ eingesetzten Dieselmotoren, hat vier spezialisierte Ingenieure nach Norwegen entsandt, die bei der Aufklärung des Unglücks mitwirken sollen. Bislang sei unklar, warum mindestens drei der vier Motoren ausgefallen seien, sagte ein MAN-Sprecher in Augsburg. Nach den bislang vorliegenden Informationen ist es der Mannschaft mit Bordmitteln gelungen, drei Maschinen wieder zum Laufen zu bringen.
Auch andere Behörden wie die staatliche Havariekommission wollten überprüfen, wie es am Samstag zu den Motorproblemen des Schiffes kommen konnte. Die Polizei wollte darüber hinaus auch die Motorhavarie eines weiteren Schiffes in dem Gebiet, des Frachters „Hagland Captain“, untersuchen.
Die „Viking Sky“ mit 915 Passagieren und 458 Besatzungsmitgliedern an Bord hatte sich seit mehr als einer Woche auf Kreuzfahrt entlang der westnorwegischen Küste befunden. Während eines Sturms war sie am Samstag wegen Problemen mit dem Antrieb in einem gefährlichen Küstenabschnitt in Seenot geraten. Es folgte eine der größten Rettungsaktionen in der Geschichte der modernen Kreuzfahrt – fast 500 Passagiere wurden per Hubschrauber an Land gebracht.
Die restlichen knapp 900 Menschen trafen am Sonntagnachmittag mit der „Viking Sky“ in Molde ein, nachdem es das Schiff mithilfe von Schleppern und wiedererlangtem eigenen Antrieb in die norwegische Kleinstadt südwestlich von Trondheim geschafft hatte. Von dort ging es für die Kreuzfahrtgäste, die meisten von ihnen Amerikaner und Briten, auf Heimreise.
Zwischenzeitlich drohte das Schiff in dem berüchtigten Küstengebiet Hustadvika auf Grund zu laufen. Bis Sonntagabend mussten nach NRK-Angaben 27 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden. Darüber hinaus wurden mehrere traumatisierte Passagiere vom Roten Kreuz versorgt.
Ein weiteres Schiff, das in der Hustadvika havariert war, sollte noch am heutigen Montag in die Gemeinde Averøy geschleppt werden. Der weiterhin vor Anker liegende Frachter „Hagland Captain“ erlitt ebenfalls Motorschaden und bekam Schlagseite, als er auf dem Weg zur „Viking Sky“ war, um zu helfen. Zuvor war offenbar an Deck geladenes Holz verrutscht. bek/FB/dpa
