Kreuzfahrten: Der Tod reist mit
Die Situation für die „Zaandam“ wird immer dramatischer: Wegen der neun Corona-infizierten Passagiere an Bord ist dem Kreuzfahrtschiff am Mittwoch die Einfahrt in den US-amerikanischen Hafen von Fort Lauderdale zunächst verweigert worden. Das teilte die Bezirksregierung von Florida mit. Ein von der Reederei Holland-America Line vorgelegter Notfallplan sei nicht ausreichend und müsse nachgearbeitet werden, hieß es zur Begründung.
Trotz der Absage nahm die „Zaandam“, die wie berichtet zusammen mit dem Schwesterschiff „Rotterdam“ unterwegs ist, aus der Karibik heraus weiter Kurs auf die US-Küste. An Bord der beiden Schiffe befinden sich 2500 Passagiere und Besatzungsmitglieder, darunter 80 Deutsche. Neben den neun Infizierten beklagen fast 200 Menschen grippeähnliche Symptome. Vier Menschen sind bereits gestorben.
Es wurde damit gerechnet, dass die Schiffe am Donnerstagmorgen in Fort Lauderdale eintreffen. Ursprünglich hätte die Fahrt am 21. März in Chile enden sollen. Doch wegen der Corona-Pandemie waren dort bereits alle Häfen für Kreuzfahrtschiffe geschlossen worden. Die Hafenverwaltung von Fort Lauderdale hatte sich indes offen für eine Aufnahme der beiden Schiffe gezeigt, aber dabei mehrere Bedingungen zur Versorgung und zum Abtransport der Passagiere gestellt. Am Mittwoch mussten dazu weitere Details geklärt werden.
Ungeachtet dessen ist auch weiterhin die Situation der „Artania“ ungelöst. Das Schiff der in Bonn ansässigen Reederei Phoenix hatte zwar vergangene Woche mit Dutzenden Coronavirus-Infizierten an Bord im australischen Fremantle anlegen dürfen. Doch am Mittwoch forderten die Behörden wieder die rasche Abreise des Cruise Liners. Man wolle nicht, dass die „Artania“ andere Schiffe anziehe, nur weil sie den Hafen von Fremantle habe ansteuern dürfen, sagte der Regierungschef des Bundesstaates Westaustralien, Mark McGowan. Laut der Hafenbehörde soll die „Artania“, deren Passagiere zum Großteil ausgeflogen worden sind, spätestens am Freitag ablegen. Die Crew bat allerdings um einen Aufschub von zwei Wochen, um das Schiff gründlich reinigen zu können. jki/dpa