Letzte Kreuzfahrt endet in Kiel

Aus und vorbei: Die „Deutschland“, als Kulisse der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ einem Millionenpublikum vertraut, hat ihre letzte Kreuzfahrt beendet. In der Kieler Lindenau-Werft wird das Schiff jetzt für den neuen US-Eigentümer umgebaut – zum Universitätsschiff.

Zum Abschluss ihrer letzten Kreuzfahrt hat die „Deutschland“ gestern Morgen um 6.30 Uhr in Kiel festgemacht. Noch am selben Tag ist ein Großteil der etwa 170-köpfigen Crew auf das ebenfalls in Kiel liegende Kreuzfahrtschiff „Hamburg“ gewechselt. Auch technische Ausrüstung und verbliebene haltbare Lebensmittel der „Deutschland“ wurden hinübergebracht, wie eine Sprecherin des Kreuzfahrtveranstalters Plantours sagte.

Das Unternehmen hatte die „Deutschland“, die der pleitegegangenen Reederei Deilmann gehört hatte, in den vergangenen Monaten noch für fünf Kreuzfahrten gechartert. Die 1998 erbaute „Deutschland“ war zuletzt von einer in Hamburg gestarteten 13-tägigen Norwegen- und Nordkapreise zurückgekehrt.

Noch am Montag sollte das Schiff für mehrwöchige Umbauarbeiten in die Kieler Lindenau Werft verlegen. Künftig soll der Cruiser als schwimmende Universität unter dem Namen „World Odyssey“ für den neuen US-amerikanischen Eigentümer unterwegs sein.

Deilmann und die Eignergesellschaft hatten Ende Oktober 2014 Insolvenz anmelden müssen, etwa 60 Millionen Euro Schulden hatten sich angehäuft. Ein geplanter Werftaufenthalt in Gi braltar musste abgesagt werden. Wegen der unsicheren Zukunft der „Deutschland“ hatte sich das ZDF im Januar von dem „Traumschiff“ verabschiedet und Dreharbeiten abgesagt. Knapp 15 Jahre lang war der Kreuzfahrer Drehort der Serie. lno/pk

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