Lloyd Werft Group baut Megayacht

Nach der Übernahme der Lloyd Werft in Bremerhaven sowie der drei Nordic-Yards-Standorte Wismar, Warnemünde und Stralsund durch die asiatische Genting Group wird der erste Großauftrag gemeldet.

Die in Los Angeles ansässige Luxusreederei Crystal Cruises verkündete jetzt auf der Kreuzfahrtmesse Seatrade in Fort Lauderdale/Florida, dass im August 2018 die 183 Meter lange „Crystal Endeavor“ für 200 Passagiere abgeliefert werden soll. Nach Angaben aus Branchenkreisen liegt das Auftragsvolumen in einem hohen dreistelligen Millionenbereich. Die „größte und geräumigste Megayacht der Welt“ mit einer Vermessung von 25.000 BRZ und rund 200 Crewmitgliedern wird für das erst 2015 gegründete Tochterunternehmen Crystal Yacht Cruises in Fahrt kommen, für das seit kurzem schon die umgebaute Kreuzfahrtyacht „Crystal Esprit“ mit maximal 62 Gästen verkehrt.

Auf der „Crystal Endeavor“ soll es 100 Balkon-Suiten mit einer Größe zwischen 35 und 300 Quadratmetern geben. An Bord wird ein großer Spa sowie ein Infinity-Pool eingebaut, der durch einen höhenverstellbaren Boden dann zur Tanzfläche im Restaurant-Außenbereich umgewandelt werden kann. Für Walbeobachtungen verfügt das Schiff über eine 270-Grad-Observation-Lounge. Neben einem Theater, sechs Restaurants, einem Hörsaal wird es ein Kino und ein Rechenzentrum geben.

Die auch für Expeditionsfahrten in tropische, aber auch arktische Gewässer vorgesehene „Crystal En deavor“ erhält zusätzlich acht elektrisch getriebene Zodiac-Schlauchboote, zwei Hubschrauber, zwei U-Boote für jeweils sieben Personen und zum Erkunden von gesunkenen Schiffswracks ein sogenanntes Remote Operated Vehicle (ROV), das dann Live-Bilder vom Meeresgrund direkt auf das Schiff überträgt. Für Wassersport-Fans werden Jet-Skis, Kajaks, Wave Runner, Unterwasser-Skooter, aber auch Tauchausrüstungen mit einer Dekompressionskammer vorgehalten. Benannt ist die Expeditionsyacht, die über die leichte Eisklasse PC 6 für Fahrten durch mittleres Eis verfügen wird, nach dem berühmten Segelschiff „HMS Endeavor“ des britischen Seefahrers James Cook, der vor 250 Jahren Australien entdeckte.

Zur weiteren technischen Ausstattung der „Crystal Endeavor“ gehört auch ein heute vor allem im Offshorebereich und Yachtbau eingesetztes dynamisches Positionierungssystem, das an sensiblen Orten wie Korallenriffen ein Ankern überflüssig macht und somit den schützenswerten Meeresboden schont. Dadurch können auch Regionen angesteuert werden, die bislang auf Ankern angewiesenen Schiffen nicht zugänglich waren.

Bereits im Mai dieses Jahres soll der Stahlzuschnitt auf einem der Betriebe der Lloyd Werft Group erfolgen. Wo die Arbeiten erfolgen werden, wurde nicht mitgeteilt.

Genting hatte am 3. März 2016 die Nordic-Yards-Standorte in Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Als Preis nannte der Konzern die Summe von 230,6 Millionen Euro. Gemeinsam mit dem im Vorjahr erfolgten Erwerb der Lloyd Werft sollen die neuen Werften an der Ostsee die globale Kreuzfahrtstrategie des Konzerns für das nächste Jahrzehnt sichern. CE/FBi

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