LNG für Luxusliner wird sich durchsetzen

Will Vorreiter beim Klimaschutz bleiben: die Costa-Gruppe, zu der auch AIDA Cruises gehört, Foto: Arndt

Sehen mehr Sicherheit dank des neuen Zentrums (v.l.): Michael Thamm und Jens Lassen, Foto: Arndt

Jörgen Strandberg, Foto: Arndt
Flüssigerdgas (LNG) wird sich mittelfristig auch in der weltweiten Kreuzschifffahrt als neuer, umweltfreundlicher Treibstoff durchsetzen.
Davon zeigte sich Michael Thamm, CEO der Costa-Gruppe, am Mittwoch in Hamburg bei der Vorstellung des neuen „Fleet Operations Center“ (FOC) überzeugt. Von diesem in der Hafen City verankerten Zentrum aus wird die in den unterschiedlichsten Fahrtgebieten operierende Flotte der Gruppe zentral begleitet und die Schiffsführung umfassend beraten.
Thamm sieht in der kürzlich erfolgten Bestellung von vier für LNG-Antrieb ausgelegten Kreuzfahrtschiffen bei der Meyer Werft eine Art Türöffner für die Gesamtindustrie. Der Anspruch, Marktführer zu sein, werde durch solche Investitionsentscheidungen mit Leben erfüllt. Dass es bislang noch an einer flächendeckenden LNG-Infrastruktur fehle, nehme man bewusst in Kauf, wissend, dass es auf diesem Gebiet sehr wohl Bewegung gibt. Aktuell führe die Gruppe „mit einem guten Dutzend“ Anbietern von Flüssigerdgas Gespräche über eine entsprechende Lieferkette. Er gehe davon aus, dass es innerhalb eines überschaubaren Zeitraums eine entsprechende vertragliche Festlegung geben werde, sagte Thamm. Erste Erfahrungen mit der Nutzung von LNG habe das Unternehmen mit dem schwimmenden Kleinkraftwerk „Hummel“ in Hamburg sammeln können, das die „AIDAsol“ währender Hafenliegezeit mit sauberem Strom versorgt. Thamm wies darauf hin, dass der über diese Barge gelieferte Strom hinsichtlich der Produktionskosten „doppelt so hoch“ sei wie mit den bordeigenen Aggre gaten erzeugter Strom. Das Power-Barge-Konzept sei gut, und er hoffe, dass der Betreiber, Becker Marine Systems, dieses Versorgungskonzept auch in anderen Hafenstandorten, in denen Cruise-Schiffe im unmittelbaren Wohnumfeld anlegten, erfolgreich werde. Thamm betonte, dass auch das neue FOC einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leis ten werde, etwa wenn es darum geht, den Treibstoffverbrauch in der Flotte weiter zu optimieren.
Das Nautische Zentrum unter dem Namen „Carnival Maritime“ wird vom Norweger Jens Lassen geführt. Beim Aufbau des neuen, voll digitalisierten Marine Operations Center, zu dessen Kern elementen das FOC gehört, nutzte die Costa-Gruppe unter anderem das Know-how von Lufthansa Technik als Systempartner. Lassen: „Wir leisten mit diesem Zentrum auch einen wertvollen Beitrag für noch mehr Sicherheit an Bord der insgesamt 25 Schiffe der Gruppe.“ Das FOC arbeitet im Rhythmus 24/7 an 365 Tagen im Jahr. In ihm arbeiten vor allem erfahrene Nautiker. Leiter ist der Schwede Jörgen Strandberg. EHA


