„Luftreinhaltung sehr wohl Top-Thema“

Mit Entschiedenheit widerspricht der internatio na le Kreuzschifffahrtsverband Clia den neuerlichen Vorwürfen der Umweltschutzorganisation Nabu, wonach die Cruise-Passagiere massiv gesundheitsgefährdenden Schiffsabga sen ausgesetzt sind.

„Tatsache ist, dass diese Industrie das Thema „Luftreinhaltung“ als ein Top- The ma definiert hat und entsprechende Investitionen in beispielsweise Abgasreinigungssysteme durchführt“, erklärte Clia-Deutschland-Chef Helge Grammerstorf dem THB. So seien inzwischen rund 70 Passagier schiffe allein in Europa mit Abgasreinigungsystemen aus ge rüstet worden. Aktuell befänden sich elf Neubauaufträge mit einem reinen LNG-Antrieb in den Orderbüchern der Werften. Mittelfristig werde die Weltschifffahrt zudem den Ausstieg aus dem Schweröl vollziehen, wenn ab 2020 global nur noch 0,5 Prozent Schwefelanteil im Bunkerkraftstoff erlaubt sind. Massive Zweifel hat der Branchen verband auch am Messverfahren, auf das sich der Nabu beruft. Grammers torf: „Das angegebene Gerät kennen wir als Verband gar nicht. Man hat es uns nie gezeigt.“ Das aber werfe die Frage auf, wie wissenschaftlich fundiert denn die sogenannten Mess ergebnisse sein sollen, so Grammerstorf weiter.

Der Umweltverband verweist darauf, dass „aktuelle Luftschadstoff messungen an Bord von Kreuzfahrtschif fen“ belegen, „dass von sauberer Seeluft angesichts der nachgewiesenen 200-mal höheren Partikelbelastung auf einer Kreuzfahrt“ keine Rede mehr sein könne. Nach Überzeugung von Nabu- Bun des geschäftsführer Leif Miller wehre sich die Cruisebranche seit Jahren in weiten Teilen „gegen einen Umstieg auf sauberere Kraftstoffe und den Einbau effektiver Abgasreinigungssys teme, wie sie für Fahrzeuge an Land längst Standard sind“. Solche Schritte könnten aber die Luftverschmutzung durch die Ozeanriesen „unmittelbar signifikant reduzieren“. Dass sich „ein Großteil der Anbieter gegen diese Maßnahmen sperrt, werten wir als verantwortungslose Geschäftemacherei“, spitzt Mil ler zu. EHA

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